Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck (links) empfängt die Ehrendoktorwürde vom Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät, Hans-Peter Großhans (rechts).

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck (links) empfängt die Ehrendoktorwürde vom Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät, Hans-Peter Großhans (rechts).

Joachim Gauck zum theologischen Ehrendoktor ernannt

Die Evangelisch-Theologische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat dem früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck die Ehrendoktorwürde verliehen. Gauck wurde für seine Lebensleistung in Kirche, Zivilgesellschaft, Politik und höchsten Staatsämtern geehrt.

Die Evangelisch-Theologische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat dem früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck am Montag den Titel eines theologischen Ehrendoktors verliehen. Mit der Ehrenpromotion würdigt die Fakultät nach Angaben einer Presseinformation die Lebensleistung Gaucks in Kirche, Zivilgesellschaft, Politik und höchsten Staatsämtern.

Der Direktor des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften, Arnulf von Scheliha, würdigte in seiner Laudatio das Lebenswerk Gaucks als Theologe, Bürgerrechtler und Staatsmann. Gauck verkörpere auf perfekte Weise die Beziehungen zwischen Politik und Religion, die er im Amt als Bundespräsident immer wieder selbst thematisiert habe. „Die Analyse des Lebenswerkes von Joachim Gauck zeigt die vitale Prägekraft von Spiritualität und religiös inspirierter Moral", sagte von Scheliha.

Gauck widmete seine Rede der Toleranz, für die Münster als Stadt des Westfälischen Friedens von 1648 auf besondere Weise stehe. Seiner Überzeugung nach erfordere es in der heutigen Zeit oft Überwindung, Toleranz zu zeigen. Aber Differenzen müssten ausgehalten werden. „Toleranz ist eine Tugend, die uns viel abverlangt", sagte der ehemalige Bundespräsident. Toleranz koste viel Kraft, weil sie scheinbar Unvereinbares miteinander vereinen soll. Toleranz müsse jedoch auch Grenzen haben erklärte Gauck mit Blick auf Terrorismus, Diskriminierung und Gewalt. In einer offenen Gesellschaft hätten alle Menschen die gleichen Rechte - aber auch die Pflicht, den Mitmenschen zu achten und zu respektieren.

Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock geboren und studierte dort von 1958 bis 1965 Theologie und war danach als Pastor der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburg tätig. Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde Gauck „Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR". Die Behörde wurde nach ihrem Leiter auch „Gauck-Behörde" genannt. Von 2012 bis März 2017 war der Theologe Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Gauck wurde bereits mehrfach mit der Ehrendoktorwürde geehrt. Die theologische Ehrendoktorwürde in Münster ist die erste seit seinem Ausscheiden aus dem höchsten deutschen Staatsamt im März.

Von: Norbert Schäfer

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