„Glaub was du willst!": Religionsfreiheit ist nicht nur im Ausland ein bedrohtes Recht, hieß es bei der Veranstaltung

„Glaub was du willst!": Religionsfreiheit ist nicht nur im Ausland ein bedrohtes Recht, hieß es bei der Veranstaltung

Christen beten für Religionsfreiheit

Ein Gottesdienst des Evangelischen Kirchentages hat gemeinsam mit der Organisation Amnesty International die Religionsfreiheit ins Zentrum gestellt. Am Freitagabend beteten Christen für Gläubige auf der ganzen Welt. Eine Bildreportage von Anna Lutz und Nicolai Franz

Ausgerechnet in Berlin-Kreuzberg kamen Christen am Mariannenplatz zusammen, um jener zu gedenken, die weltweit darunter leiden, dass sie ihre Religion nicht frei leben können. Dabei ging es nicht nur um verfolgte Christen. Auch für Bahai, Muslime, Buddhisten oder Zeugen Jehovas wurde gebetet. Mit dabei waren die Berliner Pfarrerin Susanne Kahl-Passoth und der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, Heiner Bielefeldt.

Amnesty International organisierte den Gottesdienst mit. Der Generalsekretär in Deutschland, Markus N. Beeko, erklärte, Religion werde weltweit zu Machtzwecken missbraucht und Religiöse unterdrückt. Seine Botschaft: „Wir sehen euch!"

Amnesty International organisierte den Gottesdienst mit. Der Generalsekretär in Deutschland, Markus N. Beeko, erklärte, Religion werde weltweit zu Machtzwecken missbraucht und Religiöse unterdrückt. Seine Botschaft: „Wir sehen euch!"

Ganz im Sinne des Anliegens war die Musik international. Zakaria Delshad sang auf Kurdisch über den Wunsch nach Freiheit. Eine Band spielte Kirchenlieder auf Deutsch, begleitet durch Bläser, Keyboard und E-Gitarre.

Ganz im Sinne des Anliegens war die Musik international. Zakaria Delshad sang auf Kurdisch über den Wunsch nach Freiheit. Eine Band spielte Kirchenlieder auf Deutsch, begleitet durch Bläser, Keyboard und E-Gitarre.

Pfarrer Thomas Roßmerkel nannte Religionsfreiheit „eine Selbstverständlichkeit, die in dieser Welt keine ist".

Pfarrer Thomas Roßmerkel nannte Religionsfreiheit „eine Selbstverständlichkeit, die in dieser Welt keine ist".

Pfarrerin Susanne Kahl-Passoth predigte über Levitikus 19: „Unterdrückt nicht die Fremden, die in eurem Land leben." Auch damals schon hätten die Menschen vermutlich Angst vor Flüchtlingen gehabt, so wie es heute in Deutschland auch in Teilen der Fall sei. Kahl-Passoth schlug vor: „Kontakt aufnehmen", aber auch Grenzen ziehen, etwa wenn Fremde zu Gewalt gegen Christen aufriefen oder Gewalttaten gegen Frauen begingen.

Pfarrerin Susanne Kahl-Passoth predigte über Levitikus 19: „Unterdrückt nicht die Fremden, die in eurem Land leben." Auch damals schon hätten die Menschen vermutlich Angst vor Flüchtlingen gehabt, so wie es heute in Deutschland auch in Teilen der Fall sei. Kahl-Passoth schlug vor: „Kontakt aufnehmen", aber auch Grenzen ziehen, etwa wenn Fremde zu Gewalt gegen Christen aufriefen oder Gewalttaten gegen Frauen begingen.

Heiner Bielefeldt erinnerte daran, dass Gläubige nahezu aller Religionen weltweit verfolgt und bedrängt würden. „Religionsfreiheit ist immer auch Versammlungsfreiheit, deshalb sind autoritäre Staaten ihre Gegner", sagte er. Islamfeindlichkeit und zunehmender Populismus machten die Religionsfreiheit auch in Europa zu einem bedrohten Recht.

Heiner Bielefeldt erinnerte daran, dass Gläubige nahezu aller Religionen weltweit verfolgt und bedrängt würden. „Religionsfreiheit ist immer auch Versammlungsfreiheit, deshalb sind autoritäre Staaten ihre Gegner", sagte er. Islamfeindlichkeit und zunehmender Populismus machten die Religionsfreiheit auch in Europa zu einem bedrohten Recht.

Als Zeichen der Gemeinschaft nahmen die Gottesdienstbesucher gemeinsam ein Agapemahl bestehend aus Brot und Trauben ein.

Als Zeichen der Gemeinschaft nahmen die Gottesdienstbesucher gemeinsam ein Agapemahl bestehend aus Brot und Trauben ein.

Arabische Schriftzeichen waren als Kunstwerke überall in der Kirche zu sehen. Dahinter verbergen sich christliche Schriften, aber auch Koranverse. Für die Kirchgemeinde ist das ein Zeichen des interreligiösen Dialogs.

Arabische Schriftzeichen waren als Kunstwerke überall in der Kirche zu sehen. Dahinter verbergen sich christliche Schriften, aber auch Koranverse. Für die Kirchgemeinde ist das ein Zeichen des interreligiösen Dialogs.

Von: al/nf

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