Norbert Lammert hat sich zur Entwicklung der Künstlichen Intelligenz in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geäußert

Norbert Lammert hat sich zur Entwicklung der Künstlichen Intelligenz in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geäußert

„Verantwortung trägt immer der Mensch, nie die Maschine“

Die Anwendung von Künstlicher Intelligenz birgt Spannungen und Konflikte, etwa beim autonomen Fahren oder beim Einsatz von Robotern. Der frühere Präsident des Deutschen Bundestags Norbert Lammert fordert von der Politik ethische und rechtliche Regeln, damit technologischer Innovation den Menschen dient.

Politik muss technologische Innovation fördern, diese aber gleichzeitig nach ethischen Standards regulieren. Diese Gratwanderung verlangt Norbert Lammert (CDU), Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung und früherer Präsident des Deutschen Bundestags, in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Durch die Künstliche Intelligenz trete der Mensch seine „ethische Steuerungsmacht an den Algorithmus“ ab. Dies bedeute, dass der Algorithmus einen Werte-Kompass für seine Entscheidungsregeln brauche. „Verantwortung dafür trägt immer der Mensch, nie die Maschine“, betont Lammert. Zwar verhindere Künstliche Intelligenz beispielsweise beim autonomen Fahren manche Vorfälle, dennoch könne es auch mit dieser Technologie zu riskanten Situationen kommen.

Künstliche Intelligenz sei menschengemacht und müsse deswegen in einen rechtlichen Rahmen eingefügt werden. Dazu gehöre es, Verstöße dagegen zu ahnden. „Letztlich kommt es auf die Nutzung natürlicher menschlicher Intelligenz an. Denn KI trifft keine Entscheidung, sondern setzt sie um; die Entscheidung liegt beim Menschen, bei uns - und damit auch die Verantwortung.“

Von christlichen Grundwerten leiten lassen

Auswirkungen habe die Künstliche Intelligenz auch auf die Wirtschafts- und Arbeitswelt. Bald schon könnten „intelligente Maschinen“ einzelne Tätigkeiten von Menschen übernehmen und für einen veränderten Arbeitsmarkt sorgen. Lammert sieht weitreichende und unvorhersehbare Konsequenzen. Deshalb brauche es ethische und rechtliche Regeln, „damit aus technologischer Innovation menschendienlicher Fortschritt“ werde.

Für den früheren CDU-Politiker ist es wichtig, dass ethische Maximen immer Vorrang haben müssen vor „reinen Nützlichkeitserwägungen“. Diesen Rahmen müsse Politik gestalten: „Die Politik hat zu entscheiden, wie die Interessen und Bedürfnisse einer Gesellschaft zu gewichten sind, wo moralische Grenzen liegen, und sie hat diese Entscheidungen durchzusetzen.“ Ethische Leitplanken müssten die Menschenwürde sowie die Freiheit des Menschen und sein Recht auf Selbstbestimmung sein. „Dabei können wir uns von unseren christlichen Grundwerten leiten lassen.“

Lammert betonte gleichzeitig auch die Bedeutung des technischen Fortschrittes auf diesem Gebiet: Der Wohlstand und die Sicherheit im Land hingen auch davon ab, wie Deutschland bei der Künstlichen Intelligenz aufgestellt sei. Es gehe darum, Grundlagenforschung und Anwendung effektiv miteinander zu vernetzen. Für Lammert bedeutet dies auch, die Gesellschaft zur Teilhabe zu befähigen.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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