Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer sprach über „Religion in der Zivilgesellschaft“ bei der Jahrestagung des Forums der Religionen

Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer sprach über „Religion in der Zivilgesellschaft“ bei der Jahrestagung des Forums der Religionen

Kultursenator fordert mehr Einmischung des Forums der Religionen

Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer wünscht sich mehr Einmischung vom Forum der Religionen. Die dort geförderte Multireligiosität sei elementar wichtig für das Zusammenleben in Berlin.

Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) sieht die Multireligiosität von Berlin als Chance der Hauptstadt. Das sagte er auf der Jahreskonferenz des Berliner Forums der Religionen am Dienstagabend im Roten Rathaus.

„Es ist gar nicht so schlecht als jemand, der keiner Religionsgemeinschaft angehört, zuständig für alle Religionen zu sein“, sagte Lederer. So stehe er nicht im Verdacht, sich auf die ein oder andere Seite zu schlagen. Viele Menschen in Berlin seien in keiner Kirche. Die Aufgabe des säkularen Staat sei es auch, dass jeder Mensch in der Weltanschauung seinen Weg gehen könne.

Lederer fordert Einmischung des Forums

Der Kultursenator forderte das Forum der Religionen auf, sich gesellschaftlich mehr einzumischen: „Es ist eine ganz massive Forderung zur Einmischung, weil wir das Forum der Religionen sehr wichtig finden.“ In Berlin werde bewiesen, wie die verschiedenen Religionen miteinander auskommen können. „In einer multireligiösen Welt kann man es nur aushalten, wenn keine Religion den ultimativen Wahrheitsanspruch hat“, sagte Lederer. Er sprach sich gegen religiösen Fundamentalismus aus. Das sei vor allem eine Absage an den Islamismus, aber auch den Antisemitismus.

„Der interreligiöser Dialog ist nicht nur schick, um sich weltoffen zu präsentieren, er ist von originärem Interesse für das gemeinsame Zusammenleben“, sagte Lederer, der den Eindruck hat, dass die Welt von Tag zu Tag ressentimentgeladener wird. Umso schöner sei das funktionierende Beispiel Berlin.

Lederer sieht nicht die Aufgabe der Stadt darin, dass sie Religionsgemeinschaften finanziert. Eine Ausnahme gibt es. „Nach der Scho'ah steht die Stadt Berlin in der größeren Verantwortung, etwas für die jüdischen Gemeinden zu tun. Das hat etwas mit historischer Verantwortung zu tun“, sagt der Kultursenator.

Kita-Haus für christliche, muslimische und jüdische Kinder

Vor 180 Zuschauern präsentierte auch Iman Andrea Reimann als Vorzeigeprojekt des Forums das Kita-Haus in Berlin. Das ist eine Einrichtung für jüdische, evangelische und muslimische Kinder. Das Projekt, das Oberbürgermeister Michael Müller lobte, wird komplett ehrenamtlich betrieben. Dort seien viele christliche, einige muslimische und wenige jüdische Kinder. „Wir haben eine Form der Gleichheit gefunden“, sagte Reimann. Lederer nannte das Projekt mutig und wünscht sich, dass es ein Exportschlager für Deutschland werde, so wie zum Beispiel die lange Nacht der Museen von Berlin nach Deutschland ausgestrahlt habe. Vorurteile seien nicht angeboren, sondern entstünden durch die Umwelt. Wenn Kinder neugierig auf die Anderen seien, könne das nur gut für die Gesellschaft sein.

Die Verantwortlichen des Forums lobten unter den verschiedenen Projekten den im Januar als Buch erschienenen interreligiösen Stadtplan. Er zeigt, wo überall in Berlin Gruppen interreligiös zusammenarbeiten. Auch betonten sie den Pavillon zum Dialog der Religionen auf der Internationalen Gartenschau in Berlin, wo es 186 verschiedene Andachten gab. Dazu gab es das Kinder- und Jugendfest und die sechste lange Nacht der Religionen.

Im Berliner Forum der Religionen arbeiten seit 2014 Menschen aus über 100 Religionsgemeinschaften, religionsübergreifenden Zusammenschlüssen und spirituellen Gruppen zusammen. Im Jahr 2011 initiierte die Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten den „Berliner Dialog der Religionen“. Daraus entstand das Forum der Religionen. Das wechselseitige Verständnis und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Berlin zu fördern, gehört zu den Zielen.

Von: Michael Müller

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