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Der Rat für deutsche Rechtschreibung berät in Wien über gendergerechte Sprache. Die politisch korrekte Schreibweise sollte vermieden werden. Ein Kommentar von Norbert Schäfer
Von PRO
Der Rat für deutsche Rechtschreibung setzt sich derzeit mit der Frage auseinander, ob das Gender-Sternchen in den Duden aufgenommen werden soll
Der Rat für deutsche Rechtschreibung setzt sich derzeit mit der Frage auseinander, ob das Gender-Sternchen in den Duden aufgenommen werden soll

In seiner Sitzung vom Freitag hat sich der Rat für deutsche Rechtschreibung mit dem Thema „Geschlechtergerechte Schreibung“ zu beschäftigen. Die Hüter der deutschen Sprache haben verlauten lassen, dass über den Eingang des Gender-Sterns (*) oder des Binnen-I (StudentInnen) in die deutsche Rechtschreibung kein schneller Beschluss zu erwarten ist. Die Expert*innen des Rechtschreib-Synhedrion wollen noch untersuchen, ob und wie weit sich solche und andere Schreibweisen bereits in der Sprache eingebürgert haben.

An der Universität hielt ich es für eine Marotte, wenn Professorinnen Wert legten auf gendergerechte Sprache. Da war dann regelmäßig – aus Gründen der Gleichstellung und wegen vermeintlicher Diskriminierung – von StudentInnen und WissenschaftlerInnen die Rede. Aus Sicht der Kritiker transportiert die alte Schreibweise tradierte Normen und Werte, die so nicht mehr sein durften. Gut, darüber darf man(n)/frau nachdenken. Aber ist es denn nicht klar, dass Frauen und Männer gleichermaßen von Sprache und Schrift adressiert werden? Ja, schon. Gendergerechte Sprache ist außerdem umständlich und gendergerechte Schrift viel schwerer lesbar.

Als „geschlechtergerechte Schreibung“ gelten derzeit Doppelnennungen wie „Schülerinnen und Schüler” oder Unterscheidungen wie „Ärztin und Arzt”. Möglich, aber orthografisch und grammatisch nach dem aktuellen amtlichen Regelwerk nicht normgerecht, sind auch sogenannte Gender-Sternchen (Lehrer*innen) oder Schrägstriche (Lehrer/in) sowie die X-Form (Dix Studierx). Laut Rat wird „geschlechtergerechte Schreibung“ bereits seit etlichen Jahren angewendet, etwa in Leitfäden der Verwaltungen.

Was den Gender-Stern betrifft, hat der emeritierte Professor für Deutsche Sprache der Gegenwart, Peter Eisenberg, den Kern der Problematik sehr treffend frei gelegt. Seiner Ansicht nach stehe der Stern (*) für eine Geste. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom Freitag schreibt Eisenberg: „Man erklärt seine Anerkennung aller möglichen einschließlich aller noch kommenden Geschlechter.” Eine solche Geste der „Unterwerfung unter eine ideologisch begründete Konzeption von Geschlecht” gebe es in keiner Sprache der Erde. Eisenberg, der nach Angaben der FAZ federführend die sechste Auflage der Duden-Grammatik begleitet hat, findet: „Wir sollten alles dafür tun, sie auch dem Deutschen zu ersparen.”

Von: Norbert Schäfer

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