Bei einem russischen Angriff auf ein Munitionsdepot wurde auch die Infrastruktur des christlichen Hilfswerkes „Gain“ in der Hauptstadt Kiew vollständig zerstört. Die russischen Sprengsätze lösten einen immensen Schaden aus und zerstörten ein ganzes Industriegebiet mit mehreren Fabrikhallen, Restaurants, Hotels und einem Altenheim.
Bei dem Angriff kamen 37 Menschen ums Leben, 27 davon lebten in dem Altenheim. Das achtköpfige Team des ukrainischen „Gain“-Partners „Ukraine for Christ“ blieb unbeschadet. Allerdings wurde das gemietete Lager mit allen Hilfsgütern, Maschinen und Fahrzeugen im Wert von etwa 80.000 Euro vernichtet. Aktuell laufen die Aufräumarbeiten.
Partner handlungsunfähig
Wie „Gain“ schreibt, seien durch das Verteilungsnetzwerk etwa 10.000 Menschen regelmäßig durch 1.000 Ehrenamtliche mit Hilfsgütern versorgt worden. Bei den „Gain“-Mitarbeitern hinterlässt die Aktion Wut und Trauer. Der Projektkoordinator für die Ukraine, Nils Pettkus, bezeichnete den materiellen Verlust im Vergleich zu den Todesopfern als unbedeutend: „Aber er macht unseren Partner aktuell handlungsunfähig, Menschen in Not zu helfen.“
Betrieben hatte das Lager das lokale Missionswerk „Ukraine for Christ“. Mehr als 600 Tonnen Hilfsgüter seien dort seit Juni 2022 von Partnerorganisationen aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich eingetroffen. Dadurch konnten rund 175.000 Lebensmittelpakete gepackt werden. Unterstützt wurden dadurch mehr als 300 Kirchen und gemeinnützigen Organisationen.
Jetzt seien Initiativen im Gange, um verlorenes Equipment wiederzubeschaffen. Der Leiter von „Ukraine for Christ“, Dima Tyshchenko, hofft auf europäische Hilfe: „Wir brauchen euch genau jetzt!“ Diese Hilfe wolle „Gain“ leisten, versicherte Pettkus. Dabei helfen sowohl Spenden als auch fertig gepackte Lebensmittelpakete, die direkt weitergegeben werden können.