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Friedensbeauftragter der EKD hört auf

Nach 13 Jahren scheidet Renke Brahms als Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus dem Amt. Wenn im Herbst die geplante Neuwahl des Rates anstehe, werde er sich nicht mehr zur Wahl stellen, meldet der Evangelische Pressedienst (epd).
Von PRO
Renke Brahms hat als Friedensbeauftragter der EKD in den vergangenen 13 Jahren den Themenbereich geprägt

Foto: pro/ Johannes Blöcher-Weil

Renke Brahms hat als Friedensbeauftragter der EKD in den vergangenen 13 Jahren den Themenbereich geprägt

Renke Brahms steht im Herbst nicht mehr für eine Berufung als Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche (EKD) zur Verfügung. Das teilte die Konferenz für Friedensarbeit am Montag in Bonn mit. Am Montag erstattete er zum letzten Mal den Bericht über seine Arbeit. Der 64-jährige Theologe ist seit 2008 Botschafter der EKD für Friedensbildung.

Ferner war Brahms von 2007 bis 2019 leitender Geistlicher in der Bremischen Landeskirche. In dieser Funktion war er auch Mitglied im Beirat der evangelischen Seelsorge in der Bundeswehr. Zu seiner Landeskirche gehörten rund 200.000 Mitglieder in 61 Gemeinden. 2019 wechselte er als theologischer Direktor zur Evangelischen Wittenbergstiftung, die als Repräsentanz der EKD in Wittenberg fungiert.

Im Gespräch mit dem Christlichen Medienmagazin pro hatte Brahms im Januar 2019 konstatiert, dass die innerstaatlichen Auseinandersetzungen und die terroristische Gefahr zugenommen hätten: „Trotz einiger neuer Konflikte glaube ich, dass wir an den positiven Entwicklungen anknüpfen sollten.“ Brahms bezeichnete sich in dem Gespräch als „Kind der Friedensbewegung“.

Militäreinsätze haben meist zu ernüchternden Ergebnissen geführt

Als Gemeindepfarrer habe das Thema keine so große Rolle gespielt. Für ihn sei es immer darum gegangen, „dass zivil- und gewaltfreie Konfliktlösungen Vorrang vor allem anderen haben“. Die Militäreinsätze der vergangenen Jahre, egal ob mit UN-Beschluss oder ohne, hätten zu ernüchternden Ergebnissen geführt. Die Aussage der damaligen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann, dass „nichts gut“ in Afghanistan sei, bezeichnete er als sachlich richtig: „Sie hat eine Debatte angestoßen, auch wenn sich viele darüber geärgert haben.

Mit seiner Arbeit habe er zeigen wollen, dass sich Frieden nicht nur in Syrien, sondern vor der eigenen Haustür abspiele. Die Arbeit mit Flüchtlingen sei ebenso Teil davon wie das Projekt „Friedensstifter“, das junge Menschen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung schule. Auch Hetze und Hass im Netz müsste die Gesellschaft beim Thema Frieden in den Blick nehmen.

Als Höhepunkt seiner Amtszeit bezeichnete Brahms gegenüber pro die Erfahrungen in der weltweiten Ökumene: „Die Leidenserfahrungen in manchen Kirchen sind wertvoll, aber auch die Kraft, die sich da für den Frieden entwickelt, hat mich sehr beeindruckt.“ Tiefpunkt seiner Amtszeit war die Reise mit dem damaligen EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider nach Afghanistan: „Einige haben die Reise als Verrat am Frieden verstanden.“

Die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD trat im Januar 2009 zum ersten Mal zu ihrer jährlichen Tagung zusammen. Ihr gehören die Friedensbeauftragten der EKD-Gliedkirchen sowie die Vertreter von EKD, kirchlichen Trägern der Friedensarbeit und damit verbundenen Institutionen an.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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