Die Verbände mehrerer Freikirchen haben eine Vereinnahmung durch die AfD im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt zurückgewiesen. Im Entwurf ihres Wahlprogramms deutet die Partei eine inhaltliche Nähe zu „Freikirchen, Baptistengemeinden und orthodoxen Kirchen“ an. Es heißt darin, sie greife „die Kirchensteuerkirchen an, denn die großen Kirchen schaden dem Glauben“. Die Partei plant demnach, die Staatsleistungen für Kirchen „ohne weitere Kompensation“ einzustellen sowie den Kirchensteuereinzug über Finanzämter zu beenden, wenn sie in Regierungsverantwortung sei. Hingegen würde laut AfD in „Freikirchen, Baptistengemeinden und orthodoxen Kirchen“ ein Glauben praktiziert, der eine von der Partei angestrebte „kulturelle Wende“ unterstütze.
Widerspruch auf Bundesebene
Die Verbände mehrerer Freikirchen auf Bundesebene wiesen den Versuch zurück, als Freikirchen von der AfD vereinnahmt zu werden. Stattdessen würden sie „das gute ökumenische Miteinander mit den Landeskirchen sehr schätzen“, sagte der Sprecher des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Michael Gruber.
Auch die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) widerspreche den Spaltungsbemühungen und dem Schlechtreden einzelner Kirchen, sagte deren Sprecher Konstantin von Abendroth. Zudem habe sich die VEF bereits 2024 in einer Erklärung gegen Rassismus und völkisches Denken ausgesprochen: „Eine Partei wie die AfD in Sachsen-Anhalt ist damit nicht vereinbar“, heißt es in einer Stellungnahme.
Bischof Werner Philipp von der Evangelisch-methodistischen Kirche erklärte in einer Stellungnahme, der christliche Glaube stehe nicht im Dienst parteipolitischer Programme.