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Frau, muslimisch, liberal: Lamya Kaddor

Lamya Kaddor sitzt für die Grünen im Bundestag und ist die erste Muslima im Amt einer Religionsbeauftragten ihrer Fraktion. Im Podcast „Glaube. Macht. Politik.“ spricht Anna Lutz mit ihr über den liberalen Islam in Deutschland, konservative Islamverbände und ihre neue Rolle als Politikerin.
Von PRO
Lamya Kaddor, Glaube. Macht. Politik.

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Lamya Kaddor wurde 1978 als Tochter syrischer Einwanderer in Ahlen geboren. Seit vorigem Herbst sitzt sie für die Grünen im Bundestag.

Die Islamwissenschaftlerin und Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor (Grüne) steht für einen liberalen Islam, der unter anderem offen ist für queere Eheschließungen und eine gleichberechtigte Rolle von Frauen. Sie war Gründungsvorsitzende des 2010 ins Leben gerufenen Liberal-Islamischen Bundes. Ihr Engagement hat innerhalb der islamischen Gemeinschaft in Deutschland zum Teil vehemente Kritik bis hin zu Morddrohungen ausgelöst. Aber was macht liberale islamische Theologie aus und wie lässt sie sich aus dem Koran begründen?

Glaube. Macht. Politik. Foto: PRO
Glaube. Macht. Politik.
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Im Podcast erklärt Kaddor, wie sie zu ihren Positionen kommt, was der islamische Glaube für sie persönlich bedeutet und wie sie zu den konservativ geprägten Islamverbänden steht. Sie macht deutlich: Eine ablehnende Haltung gegenüber liberalen gesellschaftlichen Entwicklungen und Lebensentwürfen ist kein spezifisch muslimisches Phänomen, sondern hat mit einer konservativen Religiosität insgesamt zu tun – auch im Christentum.

Und ebenso wie die Kirchen seien die muslimischen Gemeinden mit der sich stärker säkularisierenden Gesellschaft konfrontiert. Deshalb plädiert sie dafür, den religionsübergreifenden Dialog zu fördern und Bündnisse zu schaffen, um mit den Herausforderungen der Säkularisierung umzugehen.

Seit der vergangenen Bundestagswahl sitzt Kaddor im Parlament und ist in der Grünen-Fraktion zuständig für Religions-Themen. Welches Ziel sie in ihrem Amt gern erreichen würde und warum, das erklärt sie ebenfalls im Gespräch.

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6 Antworten

  1. Interessant – was ich nur nicht begreifen kann ist, weshalb lediglich Randgruppierungen mit vergleichsweise äußerst kleinen Communitys in Deutschland eine Förderung, Anerkennung, Beistand, Stimme etc. bekommen, während die großen und bekannten Verbände, welche die große Mehrheit der Muslime vertreten um jegliche Anerkennung, Föderung und Unterstützung kämpfen müssen und gar in manchen Fällen letztendlich vor Gerichten landen um sich irgendwelche eigentlich gesetztlich gesicherte Grundrechte einzuklagen.

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    1. Vorsicht Falle! Die “großen bekannten Verbände” vertreten keineswegs die “große Mehrheit der Muslime”. Sie behaupten es nur und vertreten in Wahrheit ausländische Regime und islamistische Ideologien (wie DITIB, Islamrat, Zenmtralrat der Muslime). Sie haben weder feste Mitgliedschaften noch eine breitre Verankerung in der muslimischen Bevölkerung. Die Behauptung, sie würden für “die” Muslime sprechen, ist Propaganda und dient der Abwehr von jeder Kritik auch und gerade von Muslimen selbst, wie auch von Seyran Ates und anderen.

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    2. Das ist oft gut zu erklären, als Beispiel nehme ich DITIB – da gibt es einfach Strömungen, die nicht eindeutig auf dem Boden des Grundgesetzes in Deutschland verankert sind – ich rede hier nicht von einzelnen Gläubigen, sondern von Gemeinden bzw. den Verantwortlichen dort: de.wikipedia.org/wiki/Türkisch-Islamische_Union_der_Anstalt_für_Religion

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  2. Ich vermag im Islam keine liberale Haltung zu erkennen.
    Im Gegenteil, der Islam ist nach meiner Ansicht intolerant und dazu demokratischen Strukturen abgeneigt.
    Ich weiß, diese Haltung ist so gut wie allen Religionen zuzurechnen. Nur z.B. das Christentum ist heute soweit, daß es die Fehler der Vergangeheit zu beheben beginnt. Wir haben uns im sogenannten Abendland die Freiheiten auch gegen die “Kirche” teuer erstritten und kämpfen noch immer darum.
    Wir sollten es nicht zulassen, daß wir uns weitere Negationen aneignen. Der Islam hat für mich nur Negatives in seinem Repertoire. Ich habe den Koran gelesen und habe keine Toleranz entdeckt.
    Wir haben alle nur den einen Schöpfer und jede Vereinnahmung durch eine Religion ist unzulässig.
    Religion zur Beherrschung der Menschen ist keine Religion sondern Machtmißbrauch.
    Das Christentum hat viel lernen müssen und ist gehalten weiterhin zu lernen. Dazu ist der Islam nach meiner Sicht derzeit nicht in der Lage. Christus hat uns vorgelebt was Toleranz ist.
    Heute ist in unserer Welt gut zu erkennen wie es nicht geht.

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  3. “Eine ablehnende Haltung gegenüber liberalen gesellschaftlichen Entwicklungen und Lebensentwürfen ist kein spezifisch muslimisches Phänomen, sondern hat mit einer konservativen Religiosität insgesamt zu tun – auch im Christentum.” Das ist natürlich grotesk und völlig falsch – siehe islamische Parallelgesellschaften in Berlin, NRW, Frankreich, Belgien, GB usw wie auch weltweit, gesteuert von den ismalischen Zentrn in Riad und Teheran. Die Ablehnung des Scharia-Islam gegenüber freien Gesellschaften ist fuindamental und im Koran angelegt. Jeder Vergleich mit “konservativen” Christen (wo gibt es die übrigens zahlenmässig nennenswert?) ist schief und absurd. Frau Kaddor gilt nicht umsonst vielen als islamisatisches Feigenblatt.

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