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FAZ: Pietisten spielen bei „Querdenkern“ kaum eine Rolle

Die sogenannte „Querdenker“-Bewegung speist sich nicht in hohem Maße aus Evangelikalen und Pietisten, schreibt die FAZ am Sonntag. Auch deren Dachorganisationen würden sich gegen die „Querdenker“ stellen. Ausnahmen seien Hartmut Steeb und Ulrich Parzany. Der widerspricht gegenüber pro der Darstellung, er stehe Querdenker-Positionen nahe.
Von PRO
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Eine Frau trägt auf einer Corona-Demo ein Kreuz

Foto: pro/Martin Schlorke

Eine Frau trägt auf einer Corona-Demo ein Kreuz

Pietisten geben bei den sogenannten „Querdenkern“ nicht den Ton an. Das schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Sonntag in ihrer Online-Ausgabe. Die „Querdenker“ kritisieren die Anti-Corona-Maßnahmen der Regierungen, viele von ihnen vermuten hinter der Pandemie eine Verschwörung.

In mehreren Publikationen sei ein deutscher „Bible Belt“ nach amerikanischem Vorbild festgestellt worden, den es so aber nicht gebe – obwohl in manchen Gegenden Baden-Württembergs viele Pietisten lebten. „Und weil die ‚Querdenker‘-Bewegung ihren Ursprung nun einmal in Stuttgart genommen hatte, geriet der schwäbische Pietismus schnell in Verdacht, eine Art ideeller Protesttreiber zu sein.“

Die pietistische „Lebendige Gemeinde“ habe sich deutlich von dieser Darstellung distanziert. Deren Vorsitzender Friedemann Kuttler sagte gegenüber der FAZ: „Es gibt ganz wenige Pietisten, die sich zu den ,Querdenkern‘ zählen. Dass es Menschen gibt, die mit der Pandemie-Politik nicht einverstanden sind, kann man bei etwa 500.000 Christen, die in Württemberg pietistisch geprägt sind, natürlich nicht ausschließen.“ Für Pietisten sei es in Übereinstimmung mit dem Römerbrief eher typisch, die staatliche und rechtliche Ordnung zu respektieren und zu achten.

Weiter schreibt die FAZ, dass auch empirische Befunde gegen die Darstellung sprächen, dass die „evangelikalen und fundamentalistischen Christen“ unter den Querdenkern „maßlos überschätzt“ würden. Der Baseler Soziologe Oliver Nachtwey habe in einer repräsentativen Umfrage unter anderem festgestellt, dass nur zwölf Prozent der „Querdenker“ in den vergangenen Monaten mindestens einmal eine Kirche besucht hätten. Evangelikale Christen besuchten deutlich häufiger Gottesdienste.

Parzany: Stehe Querdenker-Positionen nicht nahe

Außerdem würden sich auch die Wortführer der Evangelikalen, etwa die Deutsche Evangelische Allianz, deutlich von den „Querdenkern“ distanzieren. Diese Aussage schränkt die FAZ allerdings ein: „Mit Hartmut Steeb und Ulrich Parzany gibt es jedoch auch zwei ehemalige Wortführer der Evangelischen Allianz, die das Coronavirus verharmlosen und ‚Querdenker‘-Positionen nahestehen.“ Der ehemalige Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb war Ende 2020 in einem Kommentar des Spiegel für seine Haltung zur Corona-Politik kritisiert worden.

Parzany ist hingegen für solche Ansichten nicht bekannt. Der frühere ProChrist-Redner Ulrich Parzany widersprach gegenüber pro der Darstellung der FAZ, er verharmlose das Corona-Virus und würde „Querdenker“-Positionen nahestehen. „Was die Herren der FAZ schreiben, lässt Rückschlüsse auf ihre Recherche-Sorgfalt zu. Ich wiederhole: In der Bewertung der politischen Maßnahmen in der Corona-Situation können auch Christen unterschiedliche Meinungen vertreten, weil politische Fragen Ermessensfragen sind.“

Von: Nicolai Franz

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