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Meinung

Fasten: Wie es ist, nicht zu essen

Wer fastet, verzichtet – und das kann bei jedem unterschiedlich aussehen. Was macht Fasten aus? Und macht Fasten etwas mit unserem Glauben? Darum soll es in dieser Fastenserie gehen. Heute: Aller Anfang ist schwer.
Von Nicolai Franz
Ein Glas Wasser
Ein Glas Wasser geht immer – gerade beim Fasten

Der erste Tag ist hart. Familienfeier in meiner Heimat, köstlicher Frankfurter Kranz, liebevoll belegte Schnittchen, aber mein Teller bleibt leer. „Danke, es sieht echt lecker aus, aber ich faste“, sage ich, und es folgt die Gegenfrage, die ich so oft in diesen Tagen höre:

„Was fastest du denn?“

„Essen. Ich faste Essen.“ In den Gesprächen der vergangenen Tage, egal in welchem Bereich, folgten immer dieselben Reaktionen: „Wie lange denn?“, „Wie, bis Ostern?“, „Stirbt man dann nicht?“, „Aber man muss doch irgendetwas essen.“

Ja, man muss tatsächlich irgendwann etwas essen, und es ist ein großer Segen, dass wir in unserem Land von allem im Überfluss haben. Fasten ist bewusster Verzicht. Und es kann unterschiedliche Formen haben, auch in der Bibel: Beim „Daniel Fast“  im englischen Sprachraum ernährt man sich wie der biblische Daniel nur von Gemüse und Wasser. 

Die meisten Menschen heutzutage üben bewussten Verzicht auf liebgewonnene Luxusgüter wie zum Beispiel Schokolade, Alkohol oder den Fernseher (PRO fastet übrigens Nutzerkommentare, mehr lesen Sie hier). Jesus Christus hingegen fastete 40 Tage und 40 Nächte in der Wüste. Das wollte ein Pastor aus Mosambik neulich auch tun, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Er überlebte die Tortur nicht, weil er komplett auf Essen und sogar Trinken verzichtete. 

Nein, darum soll es beim Fasten nicht gehen.

Jesus ruft in der Bergpredigt zur Demut auf: „Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.“ Jesus sagt das im Gegensatz zu den „Heuchlern“, die finster dreinschauen, um ihr Fastenleiden zur Schau zu stellen. 

Daher habe ich mir die Frage gestellt, ob es sinnvoll ist, öffentlich über mein Radikalfasten zu schreiben. Aber es gibt bei diesem Verzichtsthema so viele interessante Aspekte, dass ich gerne darüber berichten will, ohne meine Askese zu sehr in den Vordergrund zu stellen.

Ab jetzt schreibe ich also regelmäßig in den kommenden sieben Wochen über das Fasten, bis zum höchsten christlichen Fest des Jahres, nämlich Ostern. 

Und das sollte ja auch das Ziel sein, wenn man in der Passionszeit verzichtet: Sich bewusst auf dieses weltbewegende Ereignis vorzubereiten, an dem Gottes Sohn den Tod besiegt hat. 

Da darf man auch mal hungern.

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Die Passionszeit bedeutet für viele Christen Verzicht auf bestimmte Speisen oder auch Gewohnheiten. Die einen streichen Schokolade aus dem Speiseplan, andere canceln ihr Netflix-Abo. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in den sieben Wochen bis zum Osterfest auf unseren Kommentarbereich verzichten. Die Zeit wollen wir nutzen, um uns Gedanken darüber zu machen, wie wir gut miteinander diskutieren können: wertschätzend, fair, aber auch prägnant und klar.
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