Evers befürwortet islamischen Religionsunterricht

Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers will den Religionsunterricht an Schulen stärken und spricht sich auch für islamischen Religionsunterricht aus. SPD, Grüne und Linke setzen andere Akzente.
Von Norbert Schäfer
Senator Stefan Evers

Der Berliner CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, hat sich für eine stärkere Stellung des Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen ausgesprochen. Auch islamischer Religionsunterricht solle dabei seinen Platz haben. Das erklärte der Finanz- und Kultursenator am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion von evangelischer und katholischer Kirche vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September.

Evers verwies nach Angaben der „Welt“ auf das Modell im benachbarten Brandenburg. Dort gehört „Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde“ (L-E-R) zum Unterricht. Schüler können sich davon abmelden, wenn sie stattdessen Religionsunterricht besuchen. In Berlin gilt eine andere Regelung: Religion ist kein ordentliches Unterrichtsfach, während Ethik ab der siebten Klasse verpflichtend unterrichtet wird.

SPD offen für stärkeren Religionsunterricht

Auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach zeigte sich nach Angaben der „Welt“ offen für eine Aufwertung des Religionsunterrichts. Religion könne einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog leisten. Angesichts der gegenwärtigen Situation brauche es „starke Kirchen“.

Zurückhaltender äußerten sich Grüne und Linke. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf plädierte dafür, zunächst die Bedingungen des bestehenden freiwilligen Religionsunterrichts zu verbessern. Dieser solle beispielsweise nicht regelmäßig auf ungünstige Randstunden gelegt werden. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp sprach sich ebenfalls für bessere Rahmenbedingungen des bisherigen Modells aus.

Zu der Veranstaltung unter dem Titel „Berlin wählt! Die Kirchen laden ein“ hatten der evangelische Berliner Bischof Christian Stäblein und der katholische Erzbischof Heiner Koch eingeladen.

Nicht auf dem Podium vertreten war dem „Welt“-Bericht zufolge die AfD. Nach Angaben der Veranstalter wurde die Partei bewusst nicht eingeladen. Als Grund nannten sie einen Widerspruch zwischen Positionen der AfD und kirchlichen Werten wie Nächstenliebe sowie einem demokratischen und kooperativen Miteinander.

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