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Evangelische Kirche ist „Sprachpanscher des Jahres 2017“

Der Verein Deutsche Sprache hat die Evangelische Kirche in Deutschland zum „Sprachpanscher des Jahres 2017“ gekürt. Englischer Begriffe und die geschlechtsneutrale Umdichtung von Matthias Claudius‘ „Der Mond ist aufgegangen“ führten zu der Entscheidung. Der Verein spricht von einer „Verhöhnung Martin Luthers“. Die Kirche reagiert hingegen gelassen.
Von PRO
Zu lesen sind einige Wortkreationen der EKD

Foto: pro/Martina Blatt

Zu lesen sind einige Wortkreationen der EKD

Mit deutlichem Abstand ist die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zum „Sprachpanscher des Jahres 2017“ gewählt worden. Dies gab der Verein Deutsche Sprache (VDS) am Freitag bekannt. Stimmberechtigt waren die Mitglieder des Vereins. Rund 2.000 Stimmen wurden bei der Wahl abgegeben, etwa 850 davon entfielen auf die EKD.

Bereits in den Vorjahren waren EKD-Vertreter des Öfteren auf den Stimmzettel vertreten. Im Lutherjahr riefen etwa die sogenannten „godspots“ großes Unverständnis beim VDS hervor. Mit dem Begriff ist kostenloses WLAN gemeint, das es mittlerweile in vielen evangelischen Kirchen gibt. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) startete damit vergangenes Jahr im Mai. „Sprachfreunde sehen das als Verhöhnung von Martin Luther, der für seine Bibelübersetzung oft wochenlang nach deutschen Wörtern suchte“, erklärte der Verein.

„Bless-U 2“ erhält keinen Segen des Vereins Deutsche Sprache

Auch das Programm mit dem Motto „Segen erleben – Moments of Blessing“ der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau auf der Weltausstellung der Reformation in Wittenberg, mit dem interaktiven Segensroboter „Bless-U 2“, lehnte der Verein ab. Kritik gab es zudem am Kirchentagsgesangbuch, in dem die bekannte Liederzeile Matthias Claudius‘ „und unsren kranken Nachbarn auch“ zu einem geschlechtsneutralen „und alle kranken Menschen auch“ umgedichtet wurde.

Die EKD nimmt laut einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung die Wahl zum „Sprachpanscher des Jahres 2017“ „mit lutherischer Gelassenheit und Standhaftigkeit zur Kenntnis“. Gleichzeitig verweist die Kirche darauf, dass sie auch „retro panschen, zurück zu Luther“ könne, so laute die Devise der neuen Luther-Bibel 2017.

Ebenfalls viele Stimmen sammelten „der/die Berliner Proffx Lann Hornscheidt, welche die EKD mit ihrer Kampagne zur Geschlechtsneutralisierung der deutschen Sprache sogar noch übertrifft“, heißt es vom Sprachverein. Der CDU-Generalsekretär Peter Tauber fiel mit seiner „#cnight“ im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin auf, inklusive „Innovation-Pitch“ und „Working-Spaces“ zu Themen wie „Bildung reloaded“ oder „eSports“.

„Funeral masters“: Meister der Bestattung

Der Verein Deutsche Sprache kürt den „Sprachpanscher des Jahres“ seit 1998. Zu den bisher Gewählten zählen die Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Johannes Ludewig, die Politiker Günther Oettinger und Klaus Wowereit, Ex-Postchef Klaus Zumwinkel, Telekom-Chef Rene Obermann und Obermanns Vorvorgänger Ron Sommer.

Aber auch der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, wurde einmal gewählt. Er war „Sprachpanscher des Jahres 2001“ für seine Mitverantwortung dafür, dass es in Deutschland seit Dezember 2000 den Ausbildungsberuf des „Funeral masters“ gibt. (pro)

Von: mab

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