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„Europa verrät ethische Traditionen“

Der scheidende EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat bei der Eröffnung einer Ausstellung über Seenotrettung die Blockade von Rettungsschiffen im Mittelmeer als „Skandal“ bezeichnet. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht ein Dilemma für europäische Staaten.
Von epd
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Heinrich Bedford-Strohm Foto: PRO/Norbert Schäfer
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, wirbt dafür, Ursachen für Fremdenfeindlichkeit in Deutschland ernstzunehmen

Einen Verrat an den eigenen ethischen Traditionen wirft der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, den europäischen Staaten bei der Rettung von Flüchtlingen vor. Es sei ein moralischer Skandal, dass Rettungsschiffe blockiert würden, während es die Staaten gleichzeitig ablehnten, selbst die Seenotrettung im Mittelmeer wieder aufzunehmen, sagte er laut Redemanuskript am Samstag in Offenburg. Der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof sprach zur Eröffnung der Ausstellung „Grenzenlose Menschlichkeit – Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ in der Evangelischen Stadtkirche.

Bedford-Strohm warb dafür, Ursachen für Fremdenfeindlichkeit in Deutschland ernstzunehmen. Dazu gehörten Verunsicherung, Angst vor dem Fremden sowie das Gefühl, zu kurz zu kommen. „Darüber müssen wir ins Gespräch kommen, anstatt Menschen vorschnell einen rechtsradikalen Hut aufzusetzen“, betonte der Theologe.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, Europa müsse sich aus ureigenem Interesse mehr bei der Bekämpfung von Fluchtursachen engagieren. Bei der Frage, wie man Entwicklung etwa in Afrika ermöglichen könne, dürfe man sich nicht darum drücken, die Notwendigkeit militärischer Interventionen zumindest zu diskutieren. Schäuble forderte zudem ein gemeinsames europäisches Asylrecht mit einheitlichen Standards und praktikablen Anerkennungsverfahren.

Christen sind nach den Worten des Bundestagspräsidenten zur Rettung von Menschen aus Seenot verpflichtet. Der Transport der Geretteten in europäische Häfen spiele aber zugleich einem „zynischen Schlepperwesen in die Hände“. Der politische Auftrag in diesem Dilemma sei es, menschenwürdig und wirksam die Anreize zu unterbinden, den lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer zu suchen, sagte Schäuble.

Die Offenburger Ausstellung zeigt auf 16 Tafeln Gesichter von Flüchtlingen und deren Rettern sowie pointierte Sätze zur Seenotrettung. Organisiert wird sie von der Stiftung Deutsches-Albert-Schweitzer-Zentrum (Frankfurt a. M.). Schirmherr ist Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), der an der Eröffnung persönlich teilnahm. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Bündnis „United4Rescue“ konzipiert, das unter anderem von der EKD getragen wird.

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23 Antworten

  1. Wenn der werte Herr EKD-Vorsitzende sich mal genauso gegen Abtreibung empören würde, wäre er glaubhafter. So ist klar, daß er nur ein Alt-68er-U-Boot ist, welche die ehemalige Volkskirche endgültig im Sinne der neomarxistischen Ideologie verändern will. Europas Werte werden bei Abtreibung verraten, sie werden bei Geschäften mit Schurkenstaaten verraten, sie werden durch die WM-Teilnahme in einem menschenfeindlichen Land verraten. Außerdem sollte er sich um die Verbreitung des Evangeliums kümmern, daß ist sein Auftrag, sonst nichts.

  2. Bedford-Strohm redet nur von den Bootsflüchtlingen, aber nicht von den Menschen, die in Asien und Afrika in menschenunwürdigen Verhältnissen leben müssen. Damit tritt er die ethisch moralischen Maßstäbe der Schrift mit Füßen nicht zuletzt auch durch ein mitfinanziertes Schiff mit Antifa Fahne. Bedford-Strohm merkt anscheinend nicht einmal mehr wie heuchlerisch und unglaubwürdig seine Aussagen sind und er noch weiter Schaden der EKD zufügt

  3. Immer und immer wieder dasselbe Verschwörungsgeschwurbel: “Alt-68-U-Boot”, “endgültig im Sinne der neomarxistischen Ideologie verändern”! Erstens bringen Sie für keine Ihrer haltlosen Behauptungen irgendetwas, was entfernt an eine Begründung erinnern würde. Und zweitens werfen Sie mit Ausdrücken um sich, die Sie vermutlich weder verstehen geschweige denn erklären können! Was ist denn bitte “die neomarxistische Ideologie”? Ist die identisch mit dem von Ihnen postulierten “Kulturmarxismus”? Der ist ja auch eine beliebte (antisemitiswche)m Verschwörungserzählung, die Sie regelmäßig bedienen! Was Sie hier betreiben ist ganz schlechte Ideologie und hat mit dem Evangelium wirklich nichts zu tun!

  4. Leider weiß ich nicht, ob mein Kommentar, den ich gestern abgeschickt habe, bei ihnen angekommen ist. deshalb ein neuer Versuch.
    Bedford-Strom hat die Organisation des Seenotrettungsschiffes zu seiner Prestigefrage erhoben, mit anderer Leute Geld ist ja leicht umzugehen. Sicher hat er persönlich nicht einen einzigen Cent dazu beigetragen, das wäre ja auch sehr viel verlangt von jemandem, der über ein Monatsgehalt von 13.000 EURO verfügt, plus Nebeneinnahmen. Die Gemeinde Jesu Christi hat keineswegs die Aufgabe, auf dieser Erde und in diesem Äon einen humanitären, für jeden Menschen gleichgearteten Sozialstaat zu schaffen, das widerspräch dem Willen Gottes, weil dieses die Aufgabe Jesu im Millenium sein wird. Die Aufgabe der Gemeinde ist klar umrissen in Matt.28,19 wo es heißt:” Gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,” und in Galater 6 heißt es:
    “So laßt uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens.”
    Die EKD ist nach meiner Ansicht wie ein vom Abriß bedrohtes Gebäude, nicht die Zerstörer von außen sind die Schlimmsten sondern diejenigen, die versuchen die Reste der Amtskirche von innen her noch mehr auszuhöhlen und ihr endgültig den Garaus zu machen. Zu diesen Menschen gehört auch Bedford-Strom mit seiner Führunscliclique.

  5. Nun, der Neomarxismus fußt auf dem Humanismus, der im Gegensatz zum Christentum, welches Gott in den Mittelpunkt stellt, den Menschen in den Mittelpunkt stellt und davon ausgeht, daß der Mensch im Kern gut ist. Hier liegt der erste Fehler dieser Ideologie, denn das Trachten des Menschen ist von Natur aus böse und er ist erlösungsbedürftig. Man gebe einem Menschen macht und er zeigt das Tier in sich. Man schaue in Kriegsgebiete, unabhängig wer die Kombattenten sind oder welchen Glauben oder welcher Lehre sie zu folgen vorzugeben pflegen. Es ist egal, ob Kreuzritter, Islamisten, Kommunisten oder Nazis, wenn keiner so genau hinschaut, dann wird geplündert, gestohlen, gebrachtschatzt, vergewaltigt und gemordet.
    Der linke Ideologie ist der Ansicht, daß die Erlösung des Menschen darin besteht, ihn aus seiner vermeintlich selbstverschuldeten Anhängigkeit befreit zu werden. Dazu müssen Abhängigkeitsverhältnisse zerstört werden, Autoritäten aller Art demontiert werden. Aus dieser Giftwurzel speist sich die 68er-Ideologie mit dem Feminismus, der Anarchie, dem Hass auf die traditionelle Familie, das Leugnen der Existenz Gottes, das Ablehnen von Regeln, von Nationen usw. Also ein Ablehnen von allem, was dem Menschen Halt und Orientierung gibt, was die gute Ordnung Gottes gibt. Einige der Begründer von diesem ideologischen Gift, der auch auch der Frankfurter Schule manifestiert, haben sich inzwischen reumütig von diesem Unsinn abgewendet. Kennzeichen dieser üblen Denke sind neben einem Feminismus, der nicht wirklich nur eine Gleichberechtigung will, die Leugnung Gottes, Regenbogenideologie, die kritische Theologie, die Genderideologie, sprachlich verfälschte Bibeln, das Leugnen der Jungfrauengeburt, der Kreuzigung, der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu, die antiautoritäre “Erziehung”, das Befürworten von zivilem Ungehorsam bis zur Anarachie. Auch der “Marsch durch die Institutionen” gehört dazu, ein Herr B-S ist ein lebendiges Beispiel dafür. Bibeltreue Christen wie Pastor Latzel werden angegriffen, während in den evangelischen Pfarrhäusern die Unzucht fröhliche Urständ feiert. Wer nun an die üblen Mißbrauchsfälle in Kirchen denkt, dem sei gesagt, daß jeder verführbar ist, der Teufel will jedes Seele und es zeigt uns umso mehr, wie sehr wir auf das Sühneopfer unseres Herrn Jesus angewiesen sind. Mir “Antisemitismus” zu unterstellen, zeigt mir, daß ich Recht habe, Ihnen die Argumente ausgehen und die mal wieder zur “Allzweckwaffe Nazikeule” greifen. Ich proklamiere, daß ich weiß, daß es die Shoa gegeben hat, ebenso, daß Israel ein Existenzrecht hat und ein Recht auf ganz Jerusalem als Hauptstadt. Ich habe bereits eine KZ-Gedenkstätte besucht, habe mich mit einem Überlebenden unterhalten. Da brauche ich keine Nachhilfe.
    Der Kulturmarxismus bezeichnet die von mir zuvor beschriebene gesellschaftliche Komponente des Marxismus, davon zu unterscheiden ist der Wirtschaftsmarxismus, der sich mit den Eigentumsverhältnissen befaßt. Vielleicht wird es sie interessieren, daß Karl Marx Christ war, bevor es sein Leben Satan übergeben hat.

    1. Was Sie hier schreiben ist ein so hanebüchener Unsinn, dass sich jede Entgegnung eigentlich erübrigt. Ich nehme an, Sie haben das alles vom Hörensagen. Sicher haben Sie es nicht aus eigener Lektüre, denn nahezu nichts, von dem Sie sprechen, hat Hand und Fuß. Das ist ein so grober Unfug, es lohnt sich da nicht zu polemisieren. Sie kennen keinen einzigen Orginaltext von Autoren, denen Sie hier Übelstes unterstellen. Das ist wirklich üble Nachrede und/oder – mit Verlaub – Dummheit! Ich habe ein paar Jahre übrigens in Frankfurt studiert und kenne etliche der Gemeinten persönlich!

        1. Sie haben also Ihr Wissen über den “Neomarxismus” allen Ernstes von Lothar Gassmann. Also Wissen aus zweiter Hand von jemandem, der es ebenfalls nur aus zweiter Hand hat. Ich habe fast so etwas vermutet. Wenn Ihnen das nicht peinlich ist, o.k.! Peinlich ist es allemal!
          Ich stelle bei rech´stgestrickten Fundamentalisten immer wieder fest, dass Sie weitreichende Urteile abgeben über Positionen, die Sie nicht im Original kennen. Das unterbietet die Mindeststandards des intellektuellen Anstands!

        2. P.S. Wer ein akademisches Studium nur in der Kategorie “Indoktrination” verorten kann, lebt in einer finsteren Verschwörungsblase….
          WER NUR IN SCHWARZ UND WEISS “DENKT”, IST FARBENBLIND!

          1. Sagt der Kommentator, der Herrn Neumanns Verschwörungsnarrative beklascht. Da braucht es dann eher Sarkasmus!

      1. Oh! Was tut das gut! Das schreibe ich „aus tiefstem Herzen“, Sie , Herrn Carvalho hier zu erleben und von Ihnen zu lesen!
        Mir wird ( auch) echt übel, wenn ich so entsetzlich selbstgerechte, vor „Frömmigkeit“ triefende Kommentare lese.
        Klasse, dass Sie nicht aufgeben, dieses „Geschwür“ a u f z u d e c k e n ! Herzlichen Dank !
        JoMüllerberg

    2. Sie machen aus dem lebendigen Glauben eine groteske Weltanschauung der übelsten Sorte. Eine Anhäufung von Schlagworten aus der trüben Küche reaktionärer Vorstellungen. Es ist wirklich zum Fremdschämen!

      1. Reaktionär, den Begriff benutzen Sozialisten und Nazis, alles klar. Ja, auch Nazis, heißt es doch im “Horst-Wessel-Lied”: …die Rotfront und Reaktion erschossen…” Reaktion sind Reaktionäre, alles klar?! Bevor Sie sich fremdschämen, sollten Sie bei sich anfangen, allein schon nur einen Decknamen zu verwenden. Macht es Ihnen eigentlich Freude, in einem christlichen Forum Unfriede zu verbreiten?

  6. Herr Neumann, was Sie hier verbreiten ist Unsinn. “Perfekt indoktriniert” – wer über Dinge urteilt, die er nicht aus den Quellen kennt, mit dem Horst-Wessel-Lied seine schmutzige Soße anrührt, usw. usf., der offenbart seine ideologische Verblendung und seine mentale Beschränktheit. Sie verbreiten rechte Verschwörungserzählungen und verkaufen den Quatsch als Christentum. Da Sie nicht in der Lage sind, den Nonsense, den Sie vebreiten, auch nur annähernd zu begreifen, ist für mich die Diskussion beendet. Ich hoffe nur inständig, dass niemand Ihre verqueren Positionen mit dem christlichen Glauben verwechselt. Ja, ich schäme mich, wenn ideologische Sumpfblüten, wie die Ihre, hier als christliche Position verkauft werden!

  7. Ich kenne durchaus andere Quellen wie https://www.spektrum.de/lexikon/philosophie/kritische-theorie/1171. Die dort verwendete Sprache ist aber eine Hochsprache und sicher nicht jedem zugänglich. Klar ist aber ausgesagt, daß es keine objektive Wahrheit geben soll. Das steht klar im Gegensatz zur christlichen Lehre, Jesus selbst sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Das ist für mich eine objektive, absolute Wahrheit. Sähe ich das nicht so, wäre ich kein Christ. Hier setzen aber alle linken Ideologien an, die eine Art “Pipi-Langstrumpf-Denke” propagieren, daß man sich die Welt machen könne, wie man wolle, es keine absolute Wahrheit gäbe. Anarchie ist das Ziel, vergessend, daß Anarchie auch die Macht des Stärkeren begünstigt, wobei wir dann schon fast wieder in eine faschistischen Überlegenheitsdenke sind. Daraus entsteht ein Sozialdarwinismus. Wer legt denn fest, wenn es Gott nicht geben sollte, was wahr oder falsch ist? Warum, wenn er mir nicht überlegen ist, sollte ich mich dem Denken und den Regeln von anderen unterordnen? Die 10 Gebote stellten noch heute in Rechtsstaaten die Grundlage der Gesetzgebung dar. Leider sind Sie nicht in der Lage vernünftig zu diskutieren, Sie haben eine reine Defensivtaktik, benutzen Begriffe wie “verquere Positionen”, “Nonsense”, “rechte Verschwörungstheorien”, beleidigen mich als “ideologische Sumpfblüte”, merken selbst nicht, wie ideologisch verblendet Sie sind. Alles, was Sie können, ist linke Parolen und Kampfbegriffe aus einem Framing-Handbüchlein in den Raum zu werden. Sie wollen studiert haben? Vermutlich haben Sie sich nur auf anarchistischen Demos herumgetrieben, gelernt haben Sie ganz offenbar nichts, schade um die Steuergelder. Sie bringen keine Quellen, keine Belege, wie es ein erfolgreicher Absolvent können soll. Wenn Sie auch nur in der Lage wären, daß zu tun, was Sie meinen, daß ich es tun müßte, wären Sie glaubwürdiger. Aber einfach nur alles abzustreiten, Quellen als nicht zuverlässig darzustellen, das ist nichts. Wo ist denn ihre Primärquelle, bitte, nun mal “Butter bei die Fische”? Sie bringen genau das, was Sie mir vorwerfen: Schlagworte, eben nicht reaktionär, wie Sie es mir ungerechtfertig vorwerfen, sondern linksextrem und antichristlich. Es ist herrlich zu erleben, daß Sie nichts wissen, nur schriftlich herumbrüllen, was Sie in der K-Gruppe aufgeschnappt haben.

  8. Sie z´tun mir aufrichtig leid. Es lese ein jeder einfach Ihren Kommentar und bemerke Ihre “markante” Sprache – dann weiß man, welch unterirdisches Niveau Sie bedienen! Das war es!

    1. Carvalho
      So leid es mir für sie tut,aber ich muss Hans-Ulrich Neumann
      vollumfänglich zustimmen. Ihr letzter Kommentar sagt mir alles.
      Albrecht Pflüger

  9. Ein paar knappe Klärungen möchte ich hier anfügen, damit manche haltlose Behauptungen, die jeder sachlichen Grundlage entbehren und das durch einen entsprechenden Ton zu kaschieren suchen, nicht unwidersprochen stehen bleiben.
    Der sog. „Kulturmarxismus“ ist eine Verschwörungserzählung, die vornehmlich in der amerikanischen extremen Rechten kursiert, aber auch in Deutschland Anhänger hat, leider auch im christlichen Fundamentalismus. Behauptet wird ein „großer konspirativer Plan“ zur Zerstörung der Gesellschaft durch eine neomarxistische Ideologie, die maßgeblich von der sog. „Frankfurter Schule“ herrührt. In Frage gestellt würden mit zerstörerischer Absicht Staat, Familie, Nation, Elternautorität, Eigentumsverhältnisse etc. pp. Folgen desselben wären Feminismus, „Genderideologie“, „Ehe für Alle“ usw. usf., eben alle Hassobjekte der (religiösen) Rechten.
    Mit antisemitischen Anspielung wird operiert, weil die Intellektuellen des sog. „Neomarxismus“ überwiegend einen jüdischen Hintergrund haben, der auch thematisiert wird.
    Eine „Verschwörungstheorie“ ist diese Auffassung in systematischer Hinsicht, weil sie grundsätzlich von falschen Vorstellungen ausgeht im Hinblick auf die langfristige Planbarkeit gesellschaftlicher Prozesse. Darauf hat bereits der bedeutende Philosoph Karl Popper hingewiesen, dem wir den modernen Begriff der „Verschwörungstheorie“ verdanken (vgl. dazu auch Michael Butter, der ein europäisches Forschungsprojekt zu Verschwörungstheorien an der Universität Tübingen geleitet hat). Es gibt Verschwörungen, etwa Watergate, aber einen „großen“, von Menschen gemachten und durchgeführten „Plan“ kann es in komplexen Gesellschaften nicht geben. (Und wer hier den „Teufel“ einsetzt, um seine apokalyptischen Phantasien zu befeuern, hat den Boden rationaler Argumentation de facto verlassen!)
    Inhaltlich ist dieses Verschwörungsnarrativ falsch, weil es ungeachtet der differenzierten Positionen der inkriminierten Theoretiker, diese alle zu einem großen destruktiven Gesamtplan zusammenfasst, der selbstverständlich durch deren Publikationen nicht gedeckt ist. Diejenigen, die im fundamentalistischen Lager diesen großen Plan kolportieren, kennen die Texte der geschmähten Theoretiker nicht. Sie haben Walter Benjamin, Theodor Wiesengrund Adorno, Jürgen Habermas oder Alex Honneth nicht gelesen, trauen sich aber ein weitreichendes Urteil vom Hörensagen zu. Das ist intellektuell unterirdisch. Habermas kritische Auseinandersetzung mit der Studentenbewegung ist offensichtlich nicht bekannt. Sein Alterswerk – ein zweibändiges opus magnus zum Verhältnis von Christentum und Rationalität im Abendland, das auch in konservativ-christlichen Kreisen positiv gewürdigt wird (bspw. Von Harald Seubert von der FETA) – ist nicht bekannt. Es wird ohne jede Textkenntnis ideologisch „geholzt“. Ich habe diese Texte gelesen – bzw. im Hinblick auf Habermas Alterswerk bin ich gerade noch dabei. Daher kann ich aufgrund der Quellenkenntnis beurteilen, dass solche verschwörungstheoretischen Denunziationen sich einem gerüttelten Maß an Unkenntnis und/oder Bosheit und/oder Dummheit verdanken.
    Es gibt fundamentalistische Christen, die sie Urteile und Verurteilungen anmaßen, die schlicht unmöglich sind. Durch solche Menschen wird das Christentum zu einer finsteren, bildungsfeindliche Ideologie herabgewürdigt.

    1. P.S. Axel Honneh – natürlich, Tippfehler – nicht dass wieder einer der einschlägigen Kommentatoren glaubt sich an einem falschen Namen hochziehen zu können.

    2. Herr Carvalho, herzlichen Dank für Ihre Bemühungen, die Diskussion zu versachlichen. Ich bin sehr erstaunt, was manchen Menschen, die sich Christen nennen, zu einem Artikel einfällt, in dem es um die Rettung von Menschenleben geht. Was wird ihnen wohl zum Unwetter in Deutschland einfallen?

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