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Erzbischof der Krim unterbricht Hungerstreik

Der Erzbischof der Krim hat für die Verteidigung der Religionsfreiheit durch die ukrainische Regierung gehungert. Nun setzte er seinen Protest aus.
Von Norbert Schäfer
Das St. Michaelskloster in Kiew ist Sitz des Metropoliten der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Epiphanius
Das St. Michaelskloster in Kiew ist Sitz des Metropoliten der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Epiphanius

Der Erzbischof der Krim, Kliment, hat aus Protest gegen die Regierung der Ukraine in Kiew, die Nahrung verweigert. Seiner Ansicht nach verteidigt die Regierung die Religionsfreiheit nicht ausreichend. Nun hat Kliment Medienberichten zufolge seinen Hungerstreik auf Geheiß von Metropolit Epiphanius, dem Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine (PZU), ausgesetzt.

Kliment befürchtet unter anderem die Schließung der Kathedrale in Simferopol, der Hauptstadt der Autonomen Republik Krim. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom Donnerstag hat der Geistliche Sorge, dass die neun Gemeinden seiner Kirche auf der Krim „dem russischen Vorgehen zum Opfer fallen“ könnten. Nach Angaben der FAZ sieht Kliment auch Gefahren für andere Religionsgemeinschaften. „Das Schicksal der protestantischen Kirchen auf der Halbinsel ist tragisch, den jüdischen geht es nicht besser”, zitiert die FAZ den Erzbischof.

Protest zeigt Wirkung

In seinem Jahresbericht 2019 hatte das United States Commission on International Religious Freedom (USCIRF), ein Bundesamt der US-Regierung zur Kontrolle der weltweiten Religionsfreiheit, Verletzungen auf der Krim bemängelt, unter anderem Strafverfolgungen wegen „missionarischer Tätigkeit“. Dem Bericht zufolge hängen die Repressalien mit der Weigerung der PZU zusammen, sich staatlich registrieren zu lassen. Die Kirche sehe dies als Unterwerfung unter die illegale Besetzung an. Die Proteste Kliments haben nach Angaben der FAZ nun Wirkung erzielt. Demnach haben Demokraten und Republikaner im US-amerikanischen Kongress ein Gesetz eingebracht, das Präsident Trump auffordert, Verletzungen der Religionsfreiheit auf der von Russland besetzten Halbinsel zu untersuchen.

Die PZU ist seit 2018 eine eigenständige orthodoxe Kirche in der Ukraine. Nach ihrer Gründung unterstand die PZU zunächst dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, bis der sie für eigenständig erklärte. Neben der PZU existiert weiterhin eine Ukrainisch-Orthodoxe Kirche, die dem Patriarchat von Kyrill I. in Moskau untersteht. Kyrill gilt als Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Von: Norbert Schäfer

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