In der Nacht zum Donnerstag haben zwei verheerende Erdbeben Venezuela erfasst. Christliche Hilfsorganisationen sind vor Ort und verteilen Hilfsgüter. Sie finden dabei schreckliche Bilder, zerstörte Gebäude und überlastete Gesundheitseinrichtungen vor.
Humedica-Vorstand Johannes Peter bilanziert: „Viele stehen vor dem Nichts und benötigen Lebensnotwendiges zum Überleben.“ Gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort wolle man so bald wie möglich Hilfsgüter wie Decken und Hygieneartikel, die unter anderem verhindern sollen, dass sich Krankheiten oder gar Seuchen ausbreiten können, aber auch Schaufeln für Ersthelfer verteilen. Die Hilfsorganisation will Menschen in Not helfen und finanziert sich zum großen Teil durch Spenden.
Durch die laufenden Such- und Bergungsarbeiten sei die tatsächliche Zahl der Opfer nicht absehbar. „Die Menschen kommen in Notunterkünften unter oder schlafen unter freiem Himmel“, erklärt Sebastian Zausch auf Anfrage von PRO. Jede finanzielle Unterstützung helfe dabei, Hilfsgüter zu beschaffen und diese ins Katastrophengebiet zu bringen.
„Gebäude haben fünf Minuten geschwankt“
Die Hilfsorganisation „Coworkers“ teilte mit, dass vor allem die Regionen im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Caracas betroffen seien. In der Nähe Epizentrums hätten die Gebäude fünf Minuten lang so stark geschwankt, „dass alles aus den Schränken fiel“. Andere Gebäude seien eingestürzt.
Das Hilfswerk hebt die Hilfsbereitschaft der Menschen hervor, sich trotz schwieriger Umstände sofort darum gekümmert hätten, den Menschen praktisch zu helfen. Erst die kommenden Tagen würden zeigen, welche Auswirkungen die Naturkatastrophe auf die betroffenen Regionen hätten. Sowohl die Verletzten als auch die Einsatzkräfte bräuchten Gebetsunterstützung.
Nach dem Erdbeben habe die Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen und den internationalen Flughafen von Maiquetía aufgrund schwerer struktureller Schäden an seinen Einrichtungen vorsorglich geschlossen. Wie „Coworkers“ von ihren Partner vor Ort wissen und auf PRO-Anfrage mitteilten, wurden institutionelle Erstreaktionsmechanismen eingerichtet, um Unterstützung zu organisieren, Hilfe zu koordinieren und die Begleitung in den am stärksten vom Erdbeben betroffenen Gebieten sicherzustellen.
Religionsfreiheit nicht gewährleistet
Die Hilfsorganisation „World Vision“ will die Menschen mit Trinkwasser versorgen, Notunterkünfte aufbauen und den Kindern psychosozial helfen.
Laut offiziellen Angaben wurden bisher durch die Erdbeben mindestens 250 Menschen getötet und 1221 verletzt. In dem Land im Norden Südamerikas leben 28,5 Millionen Menschen. Das sozialistische Regime hatte die Religionsfreiheit eingeschränkt und die unabhängige Zivilgesellschaft systematisch unterdrückt.