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Er will gewinnen – ob verdient oder nicht

Der amtierende US-Präsident tut alles, um Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahlen zu säen – ohne Belege. Dieses Verhalten kennt man. Aus Diktaturen. Ein Kommentar von Nicolai Franz
Von PRO
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Donald Trump in der Woche vor der Wahl

Foto: The White House

Donald Trump in der Woche vor der Wahl

Es könnte Stunden, aber auch Tage dauern, bis alle Stimmen der US-Präsidentschaftswahlen ausgezählt sind. Vieles spricht für einen Sieg Joe Bidens. Die Chancen stehen gut, dass er sich in den besonders umstrittenen „Swing States“ noch durchsetzt, obwohl er etwa in Pennsylvania im Moment deutlich hinter dem Amtsinhaber liegt.

Wie kann das sein? Das fragte zumindest Donald Trump – und stellte sich dabei bewusst unwissend. Denn genau auf diese Situation hat der Präsident seit Wochen hingearbeitet. Er warnte immer wieder und ohne jeden Beleg vor einem „massiven“ Wahlbetrug, den größten, den es in der Geschichte des Landes gegeben habe. Immer wieder säte er Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl, noch bevor sie begonnen hatte. Er erweckte den Eindruck, als sei es kinderleicht, mithilfe gefälschter Briefwahlzettel die Wahlen zu manipulieren.

Das stimmt jedoch nicht. Strichcode- und Unterschriftsvergleiche gewährleisten eine höhere Sicherheit des Verfahrens. Das kümmert Trump jedoch nicht, der sich nach den für ihn möglicherweise (!) verlorenen Wahlen aufführt wie ein Diktator. Beschämend sind die Äußerungen, die er vergangene Nacht in die Welt twitterte. Die Ergebnisse hätten doch schon festgestanden, er habe weit vorne gelegen. Und nun plötzlich tauchten auf „magische Weise“ Briefwahlstimmen auf, die auch noch gezählt würden. Kaum jemand in der Verwaltung oder der Justiz nimmt diese Äußerungen ernst. Für die Verantwortlichen steht fest, dass eine Wahl dann abgeschlossen ist, wenn alle fristgerecht eingegangenen oder mit entsprechendem Poststempel auf dem Briefumschlag versehenen Stimmen gezählt werden sind.

Trump will gewinnen – alles andere interessiert nicht

Die meisten Briefwahlstimmen, die noch ausgezählt werden, fallen vermutlich Biden zu. Kein Wunder: Warum hätten Trump-Anhänger auch diesen Weg wählen sollen, wenn ihr Präsident aufs Schärfste davor gewarnt hat? Deswegen schmilzt Trumps Vorsprung in einigen noch nicht entschiedenen Staaten kontinuierlich, während Bidens Siegchancen in einigen Staaten stetig steigen. Am Ende könnte dadurch sogar eine deutliche Mehrheit der Wahlmänner und -frauen für Biden herauskommen. Das alles ist Trump klar. In diesen Stunden beweist der Präsident eindrücklicher als je zuvor, dass ihn die Wahrheit nicht interessiert und er alles riskiert, solange es ihn an der Macht halten könnte. Deswegen forderte er auch, die Auszählung weiterer Stimmen zu stoppen. Heerscharen von Anwälten sind in Stellung, um jeden Schlupfwinkel in jedem Bundesstaat zu nutzen, um die Wahl anzufechten. Sogar gewaltsame Ausschreitungen sind nicht mehr undenkbar.

Der Evangelist Franklin Graham, Sohn von Billy Graham, ist ein loyaler Trump-Verbündeter. Im Frühjahr 2021 will er in Köln vor vielen Menschen zum Glauben an Jesus Christus rufen. Graham rief auf Facebook zum Gebet auf: „Viele von uns fürchten, dass manche die Wahl stehlen wollen, also betet mit mir, dass der Wille Gottes geschehe.“ Facebook versah diesen Aufruf mit dem Hinweis, dass Briefwahlen in den USA sehr zuverlässig sei. Wahlfälschung sei, unabhängig von der Art der Stimmabgabe, extrem selten. Doch tatsächlich scheint jemand die Wahl mit „stehlen“ zu wollen. Er heißt Donald Trump.

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