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Er baute eine Kathedrale mit eigenen Händen: Justo Gallego ist tot

Er baute 60 Jahre lang mit seinen eigenen Händen eine Kathedrale auf. Nun ist der ehemalige Mönch Justo Gallego aus einem Dorf in Spanien im Alter von 96 Jahren gestorben.
Von Jörn Schumacher
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Der 94-jährige ehemalige Zisterziensermönch Justo Gallego empfängt in seiner selbstgebauten Kathedrale jedes Jahr viele Besucher
Justo Gallego wurde 96 Jahre alt

Am Anfang hielt man ihn für verrückt, doch heute ist seine mit eigener Handarbeit aufgebaute Kathedrale weltberühmt. In Mejorada del Campo, 22 Kilometer östlich von Madrid, baute der ehemalige Zisterzienser aus gesammeltem Material in den vergangenen 60 Jahren ein eigenes großes Gotteshaus. Am Ende blieb das Werk unvollendet. Aber weltweit berichteten Medien über das ungewöhnliche Lebenswerk des Spaniers.

Justo Gallego hatte weder ein Architekturstudium absolviert noch öffentliche Gelder für sein Projekt bekommen, und doch schaffte er es, in den vergangenen Jahrzehnten eine Kathedrale in seinem Ort aufzubauen. Das Material dafür, alte Kanister, Industrie-Federn, Holzkisten und Wasserflaschen, fand er auf der Müllhalde. Zu rund 90 Prozent ist die Kirche aus Recycling-Material erbaut. Mittlerweile kommenden Tausende Besucher pro Jahr in den kleinen spanischen Ort, um das Gebäude zu bewundern.

Gallego wurde mit 26 Jahren Zisterziensermönch. Acht Jahre später verließ er den Orden, weil er an Tuberkulose erkrankte. Gallego beschloss, Gott auf andere Weise zu ehren, und zwar mit seinen eigenen Händen. Er begann 1961 damit, die Kathedrale zu bauen, um sie der Jungfrau Maria zu widmen. Die Bewohner des Ortes hielten ihn für verrückt, doch Gallego ließ sich nicht beirren und arbeitete Tag und Nacht weiter.

Wie ein Reporter der amerikanischen Nachrichtenwebseite The Daily Beast im vergangenen Jahr berichtete, war die Arbeit für Gallego eine Meditation und ein Gottesdienst. Er habe bei der Arbeit stets gebetet, lebte weiter zölibatär und hielt eine strenge vegetarische Diät. „Für mich ist jeder Tag wichtig, an dem ich dem Herrn meine Dienste anbieten kann, und ich bin glücklich über das, was ich erreicht habe“, schrieb Justo einmal.

Es entstand ein Gotteshaus mit 50 Metern Länge und 25 Breite, mit einer Sakristei, einer Krypta, einem Kreuzgang, einer vorgelagerten Taufkirche und einer Kuppel in der Mitte. Der Bauplan entsprang zum größten Teil seiner Intuition und seinen Visionen, die er im Gebet hatte. Im Jahr 2003 widmete das bekannte New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) dem Projekt eine Ausstellung. Erst im April 2021 wurde Gallego zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Die selbstgebaute Kathedrale war sogar schon einmal Teil eines Werbespots für ein Erfrischungsgetränk. Wie Medien berichten, verstarb Gallego bereits Ende November. „Wir werden seine Kathedrale in allen Ehren halten“, versprach der Bürgermeister laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).

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Eine Antwort

  1. Das ist ja wirklich eine erstaunliche Leistung. Vielleicht sollte man das Bauwerk vollenden. Hierzu ließen sich ja Linien zwischen alt und neu einarbeiten. Finanzierung vielleicht Crowdfunding.

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