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Empfänglichkeit für Verschwörungsmythen gesunken

Bill Gates möchte die Menschheit zwangsimpfen, 5G-Sendemasten verbreiten das Coronavirus – Verschwörungsmythen wie diese sind seit Beginn der Pandemie vermehrt im Umlauf. Dennoch sind inzwischen weniger Menschen für solche Theorien empfänglich, wie eine neue Umfrage zeigt.
Von PRO
Die Anzahl derer, die solchen Theorien Glauben schenkt, ist seit Sommer deutlich gesunken

Foto: pro/Martin Schlorke

Die Anzahl derer, die solchen Theorien Glauben schenkt, ist seit Sommer deutlich gesunken

Mit der zweiten Pandemie-Welle ist laut einer Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung die Empfänglichkeit für Corona-Verschwörungsmythen gesunken. Zugleich nahmen die Sorgen um die Gesundheit zu, wie die gewerkschaftsnahe Stiftung am Montag in Düsseldorf mitteilte. Mit der Pandemie wachse zudem die Sorge um den sozialen Zusammenhalt. Besonders Menschen mit niedrigem Einkommen seien von Einkommensverlusten betroffen. Im Auftrag der Stiftung wurden im November rund 6.100 Erwerbstätige und Arbeitssuchende online befragt.

Die Zustimmung zu Corona-Verschwörungsmythen sank laut Stiftung von Juni auf November um fast ein Drittel. Im November waren 28 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Pandemie von Eliten benutzt werde, um die Interessen von Reichen und Mächtigen durchzusetzen. Das waren zwölf Prozentpunkte weniger als im Sommer. 95 Prozent der befragten Erwerbstätigen gaben an, sich an die Hygieneregeln zu halten und Maske zu tragen. 86 Prozent reagierten nach eigener Angabe wütend, wenn sich andere Menschen fahrlässig nicht an Corona-Sicherheitsvorkehrungen hielten.

Sorge um Gesundheit steigt

Der Anteil der Befragten, die sich aktuell Sorgen um ihre Gesundheit machen, stieg im gleichen Zeitraum um zwölf Prozentpunkte auf 70 Prozent. 90 Prozent der Befragten machten sich im November Sorgen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, im Juni waren es noch 84 Prozent. Die Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung sank im November gegenüber dem Sommer von 65 auf 55 Prozent. Die Befragung fand nach den verschärften Kontaktbeschränkungen im November statt.

Die Pandemie verstärke bestehende soziale Schlagseiten, warnte die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Stiftung, Bettina Kohlrausch. „Menschen, die schon vorher ein niedrigeres Einkommen und eine weniger sichere Position auf dem Arbeitsmarkt hatten, sind besonders oft von Einbußen betroffen“, sagte die Soziologin. Ein wesentlicher Grund für die Einkommenseinbußen sei neben Umsatzverlusten bei Selbstständigen nach wie vor die Kurzarbeit.

Befragte mit einem Netto-Einkommen unter 1.500 Euro monatlich berichteten von Einkommenseinbußen von mehr als 50 Prozent im Verlauf der Corona-Krise, erklärte die Stiftung. Unter den Befragten mit einem höheren individuellen Nettoeinkommen ab 2.000 Euro seien hingegen mit rund einem Drittel deutlich weniger betroffen. Damit erhärteten die neuen Daten die Einschätzung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung, dass in diesem Jahr die Einkommensungleichheit in Deutschland zunehmen dürfte.

Von: epd

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