Nach einem veröffentlichten Gebetsvideo mit US-Präsident Donald Trump distanzieren sich beteiligte katholische Bischöfe von einer parteipolitischen Deutung. Die Aufnahmen entstanden am 22. Oktober, also kurz vor den Kongresswahlen, die am 3. November stattfinden. Die Geistlichen waren nach Washington gekommen, um unter anderem über Migration, Sozialpolitik und Bildungsfragen mit dem Präsidenten zu sprechen, berichtet katholisch.de.
Milwaukees Erzbischof Jeffrey Grob erklärte nach Angaben von „Religion News Service“ (RNS), die Bischöfe seien aufgefordert worden, sich hinter Trump zu stellen und zu beten. Von der Videoaufnahme hätten sie nichts gewusst. Einer Veröffentlichung hätten sie nicht zugestimmt.
Denvers Erzbischof James Golka erklärte, das Gebet habe keine Unterstützung für Trump oder die Republikaner ausdrücken sollen. Für Menschen und politische Verantwortungsträger zu beten, gehöre zum priesterlichen Auftrag – unabhängig von politischer Übereinstimmung. Bischof William Joensen aus Des Moines räumte ein, er wäre gern weniger naiv gewesen. Niemand habe mit der Teilnahme eine Partei oder einen Kandidaten unterstützen wollen.
Auf Fragen zum Manipulationsvorwurf ging das Weiße Haus nach Angaben von RNS nicht unmittelbar ein. Sprecherin Taylor Rogers verwies stattdessen auf Trumps Einsatz für katholische Amerikaner, darunter die Begnadigung von Abtreibungsgegnern.