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Ein IS-Strategiepapier für den Medienkrieg

Das Video zeigt explodierende Autobomben und bärtige Männer, die mit Maschinengewehren durch die Wüste laufen: Es ist ein Werbevideo der Terrormiliz Islamischer Staat. Darin kommt auch ein Buch vor, das einiges über die Fanatiker des IS und ihren Medienkrieg verrät.
Von PRO
Die Medienarbeit des Dschihad ist mitunter bedeutsamer als der militärische Dschihad. Zu diesem Ergebnis kommt der Terrorismusforscher Charlie Winter in einem Beitrag der Tageszeitung "Die Welt".

Foto: Oleg Zabielin, fotolia

Die Medienarbeit des Dschihad ist mitunter bedeutsamer als der militärische Dschihad. Zu diesem Ergebnis kommt der Terrorismusforscher Charlie Winter in einem Beitrag der Tageszeitung “Die Welt”.

Die Medienarbeit des Dschihad ist mitunter bedeutsamer als der militärische Dschihad. Diese These vertritt der britische Terrorismus-Experte Charlie Winter. Der Forscher am Londoner King’s College betont in einem Artikel der Tageszeitung Die Welt ein beträchtliches Repertoire der IS-Kämpfer in der Propaganda: Dazu gehören neben Bekenner-Schreiben und Videos auch Apps für Kinder.

Winter forscht in London zu dieser Entwicklung. Er ist sich sicher: „Nichts wird zufällig veröffentlicht.“ Hinter der Propaganda stecke ein weltweites Netzwerk, das regelmäßig Clips und Filme aus den verschiedenen Regionen produziere und so das virtuelle Kalifat am Leben erhalte.

Medien sind nichts anderes als Waffen

Aus Winters Sicht funktioniert die IS-Propaganda auf mehreren Ebenen. Sie solle Freund und Feind gleichermaßen ansprechen. Medien seien für die Terroristen nichts anderes als Waffen. Es gehe darum, das Kalifat als Marke zu etablieren und die eigene Anhängerschaft zu motivieren. Zudem könne der IS damit Fans und Sympathisanten außerhalb der Kriegsschauplätze ansprechen. Winter findet: „Die Unterschiede zwischen Unterstützung und Mitgliedschaft verschwimmen.“

Die Videos zeigen Enthauptungen und Verbrennungen. Dies demoralisiere die Gegner und verbreite Angst. Wenn andere Medien die Videos verbreiteten, würden sie unfreiwillig zu Gehilfen der IS-Propaganda. Winter sieht aber auch erste Kratzer in der Strategie. Mittlerweile würden immer mehr Dienstleister engagiert gegen die Hasspropaganda vorgehen und die Nachrichten auf YouTube oder Twitter löschen.

Mit Cyberangriffen gegen Propaganda

Auch die „Personalsituation” des IS sei angespannt. Viele Multiplikatoren seien bei US-Luftangriffen getötet worden. „Die Zahl der Veröffentlichungen ist zurückgegangen“, beobachtet auch Winter.

Aus seiner Sicht hat dies auch mit der amerikanischen Ankündigung zu tun, mit Cyberangriffen gegen die Propaganda vorzugehen. (pro)

Von: jw

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