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EAD mit neuer Struktur und Leitung

Die Evangelische Allianz in Deutschland will agiler werden. Dazu hat sie sich eine neue Struktur verordnet. Frank Heinrich und Reinhardt Schink stehen nun dem Verein vor, der sich deutlich verkleinert hat.
Von Norbert Schäfer
Die Taugungshäuser der Deutschen Evangelischen Allianz in Bad Blankenburg werden von ihren Gästen sehr positiv bewertet

Foto: Deutsche Evangelische Allianz

Das Allianzhaus der Evangelischen Allianz im thüringischen Bad Blankenburg

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) verändert ihre Strukturen. Das hat die Mitgliederversammlung des Vereins am Freitag im thüringischen Bad Blankenburg beschlossen. Die bisherige Gremienstruktur musste einem „agilen, schlanken und projektorientierten Netzwerk“ weichen.

Der Verein hat sich zudem verkleinert und wird von einer Doppelspitze geführt. Frank Heinrich und Reinhardt Schink leiten nun als hauptamtliche Vorstände die Arbeit. Schink war bislang EAD-Generalsekretär, Heinrich bis zur Bundestagswahl 2021 für zwölf Jahre Mitglied im Bundestag für den Wahlkreis Chemnitz. Zuvor war der Sozialpädagoge Pastor der Heilsarmee.

Abschied von Vetter und Heimowski

„Mit Frank Heinrich gewinnt die EAD einen profilierten Vorstand, dessen Leitungsdienst in der Heilsarmee und engagiert ausgeübtes politisches Mandat im Bundestag wichtige Anliegen der EAD zusammenbringt: die Liebe Gottes in Wort und Tat zu Menschen bringen und gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen“, erklärte der bisherige ehrenamtliche Vorsitzende, Ekkehart Vetter. Der langjährige Vorsitzende der EAD verabschiedet sich zum Jahresende von seinem Posten.

Auch der Politikbeauftragte der Allianz, Uwe Heimowski, verabschiedet sich. Zum Sommer 2023 sucht Heimowski dann eine „neue berufliche Herausforderung“. Die EAD danke ihm „für seinen engagierten Dienst“ und brachte ihre „hohe Wertschätzung“ zum Ausdruck. Heimowski hatte im Oktober 2016 sein Amt als EAD-Beauftragter am Sitz des Deutschen Bundestags und der Bundesregierung angetreten. Vorher war er Pastor in einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Gera und als Mitarbeiter im Büro des damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Heinrich tätig. Heimowski hatte in den Debatten über Religionsfreiheit, Lebensschutz und Menschenrechten im politischen Berlin die Stimme evangelikal gesinnter Christen eingebracht. Laut der Presseinformation vom Montag soll Heinrich den Aufgabenbereich der politischen Repräsentation übernehmen.

Mehr Frauen, mehr Netzwerk

Die neue, nun auf 15 Personen reduzierte Mitgliederversammlung des Vereins verantwortet alle rechtlichen und finanziellen Bereiche der EAD sowie die grundlegenden Positionierungen. Mit Daniela Knauz erhält die Mitgliederversammlung eine eigene Sprecherin. Knauz leitet im Hauptamt das Referat Frauen und Ältere Generationen im Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland.

Als theologisches Beratungsgremium hat die EAD jetzt einen Konvent eingesetzt. Darin sind rund 70 Vertreter örtlicher Allianzen sowie der etwa 370 Werke und Verbände. Sprecherin des Konvents ist Pfarrerin Maike Sachs. Sie ist Studienleiterin am Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen. „Das Miteinander von christlichen Gemeinden, Initiativen und Bewegungen in der EAD macht uns zukunftsfähig. Dazu müssen wir uns begegnen und sicher auch um manche Frage ringen“, erklärte Sachs. Die Vereinsgremien der EAD werden damit zukünftig von Frauen geleitet.

Ein Netzwerk von „Runden Tischen“ soll zukünftig „die Vielfalt von Gruppen, Arbeitskreisen, Projekten und Initiativen“ innerhalb der EAD abbilden. Alle drei Jahre soll sich das gesamte EAD-Netzwerk zu einem Forum zusammenfinden. Das EAD-Forum soll „innovative Impulse zur Weiterentwicklung des Engagements der EAD, sowie der beteiligten, rund 900 lokalen Netzwerke“ setzen. Die beschlossenen Veränderungen sind nach Ansicht von Heinrich weit umfassender als lediglich die neue EAD-Struktur. „Sie stärken die Beziehungen und die Kultur des Miteinanders. In unruhigen Zeiten sind klare und schnelle Prozesse wichtiger als je“, erklärte Heinrich.

Die Evangelische Allianz ist eigenen Angaben zufolge eine der ältesten christlichen Einheitsbewegungen und wurde 1846 in London für die Einheit der Christen, für gemeinsames Beten, gemeinsamen Glauben, gemeinsames Bezeugen des Evangeliums und zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung gegründet. Die EAD ist Mitglied der Europäischen Evangelischen Allianz und der Weltweiten Evangelischen Allianz.

Arbeitsfelder in Deutschland sind die Allianz-Gebetswoche, das SPRING-Festival und die Allianzkonferenz. Die EAD betreibt zahlreiche Arbeitskreise zu unterschiedlichen Themen, sowie diakonische, pädagogische, publizistische und missionarische Tätigkeiten in mehr als 300 Einrichtungen, sowie unterschiedlichste Aktivitäten in den Gruppen der 900 Ortsallianzen. Publikationsorgan der EAD ist das Quartalsmagazin „EiNS“. Sitz des Vereins ist im thüringischen Bad Blankenburg. Dort betreibt die EAD auch das Evangelische Allianzhaus.

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