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Die wichtigsten Veranstaltungen des Ökumenischen Kirchentags

Die Teilnehmerliste des 3. Ökumenischen Kirchentags liest sich wie das „Who is who“ der deutschen Politik. Zugesagt haben der Bundespräsident, die Kanzlerin, der NATO-Generalsekretär, sowie jeweils fünf Bundesminister und Ministerpräsidenten. PRO stellt hier die wichtigsten Veranstaltungen vor, die hauptsächlich digital stattfinden.
Von Johannes Blöcher-Weil
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Der 3. Ökumenische Kirchentag findet in Frankfurt am Main und vor allem digital statt: mit vielen prominent besetzten Angeboten

Zum ersten Mal wird der Ökumenische Kirchentag 2021 digital und dezentral gefeiert. Interessierte können die Veranstaltungen vom 13. bis 16. Mai 2021 am Computer verfolgen und an Workshops teilnehmen. Dabei geben sich, wenige Monate vor der Bundestagswahl, Prominente aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft ein Stelldichein.

Erstmals auf einem Kirchentag vertreten ist der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er fragt gemeinsam mit Friedensforschern und Politikwissenschaftlern, wie Friedensicherung in einer unsicheren Welt gelingen kann? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beteiligt sich digital an einem Gespräch über die generationsübergreifende Herausforderung des Klimaschutzes. Mit dabei ist auch die „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer.

Zur Corona-Pandemie und internationalen Gesundheitspolitik äußert sich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) im Austausch mit Vertretern aus dem Bereich der sozialen und medizinische Versorgung Südamerikas, Afrikas und in Nahost. Alle drei Veranstaltungen werden vorher aufgezeichnet und stehen am 16. Mai ab 8 Uhr in der Mediathek auf oekt.de zur Verfügung.

Blick über den Tellerrand mit Jens Spahn

Im Livestream verfolgen können Interessierte die Veranstaltung „Wer zahlt die Rechnung der Corona-Pandemie?“, an der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Samstag ab 16 Uhr teilnehmen wird. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) blickt mit dem württembergischen Landesbischof Otfried July, dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und der französischen Publizistin Sylvie Goulard auf die Corona-Pandemie als Herausforderung für ein solidarisches Europa. Die Veranstaltung findet am Samstag um 15 Uhr statt.

Die Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock, sucht mit dem Ökonomen und Sozialethiker Johannes Wallacher und der Konzernchefin Marie-Luise Wolff (Vorstandsvorsitzende der Entega AG in Darmstadt) Wege aus der Klimakrise. Die Aufzeichnung der Veranstaltung wird ebenfalls auf www.oekt.de zur Verfügung gestellt. Der CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, stellt sich im ÖKT-Studio Fragen zum Thema Wirtschaft und Finanzen.

Große nationale und internationale Herausforderungen enthält das Schwerpunktthema Digitale Gesellschaft. In dessen einstündigem Format „Von Apps, Algorithmen und Aufbrüchen“ am Samstag ab 10 Uhr ist auch ein Gespräch mit der Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), vorgesehen.

Biblische Impulse aus dem Ministerpräsidenten-Mund

Auch in diesem Jahr werden wieder Prominente Bibelarbeiten und biblische Impulse geben. Aus dem politischen Bereich werden das die Ministerpräsidenten Hessens und Thüringens, Volker Bouffier (CDU) und Bodo Ramelow (Die Linke), in einer Dialog-Bibelarbeit tun. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) teilt seine Gedanken mit der Ökonomin Melanie Gajowski. An der Aktion beteiligen sich auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), sein rheinland-pfälzisches Pendant Malu Dreyer (SPD) sowie die Lyrikerin Nora Gomringer und der Arzt und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen.

Über einen „Abschied in Würde“ sprechen die Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung am Samstag um 11.00 Uhr im Restaurant Oosten. Mit dabei sind die Palliativmedizinerin Claudia Bausewein, Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, Kerstin Schlögl-Flierl, Theologieprofessorin und Mitglied im Deutschen Ethikrat, und Barbara Schneider, Psychiaterin und Psychotherapeutin. Sie befassen sich mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe vom Februar 2020. Der ZDF-Redakteur Michael Sahr moderiert die Sendung.

Auch die Angebote des jüdisch-christlichen und des jüdisch-christlich-muslimischen Dialogs werden am 16. Mai ab 8.00 Uhr in der Mediathek auf oekt.de veröffentlicht. Insgesamt werden rund 80 digitale Veranstaltungen aus Frankfurt gesendet. Das Programm auf oekt.de ist frei zugänglich. Um alle Angebote vollumfänglich nutzen zu können, ist die Freischaltung eines kostenlosen, digitalen Tickets notwendig. Bei einzelnen Veranstaltungen ist die Zahl der Teilnehmer begrenzt. Für entsprechende Reservierungen stehen noch Restkontigente zur Verfügung.

Kunstaktion in der Innenstadt

Im Rahmen des Ökumenischen Kirchentag veranstalten die gastgebenden Kirchen eine Kunstaktion im Zentrum von Frankfurt am Main. Vom 8. bis 16. Mai werden bei der Aktion „Tischlein deck dich“ 15 Vereinigungen und Einrichtungen eine 28 mal acht Meter große und zwei Meter hohe Tafel von 9 bis 19 Uhr mit einer Botschaft gestalten. Die Installation stammt vom Berliner Designer Philip Wilson.

Wegen der Pandemie wird der Kirchentag sonst nur wenig im Stadtbild zu erleben sein. Einzig die Gottesdienste am Samstagabend mit gegenseitiger Einladung der Konfessionen und der Abschlussgottesdienst am Sonntag werden mit Teilnehmern stattfinden. Der Abschlussgottesdienst findet am Sonntag um 10 Uhr statt. Das ZDF überträgt ihn von der Weseler Werft in Frankfurt am Main. Das Motto lautet „Schaut hin – blickt durch – geht los“. Die Predigt halten Schwester Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, und die methodistische Pfarrerin Mareike Bloedt.

Direkt vor Ort in Frankfurt ist dann auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er wird sich am Sonntag um 9.30 Uhr vor dem Schlussgottesdienst zu den Themen des Kirchentages äußern. Anlässlich des dritten Ökumenischen Kirchentags zeigt die Reportage „Leben ganz unten“ am Mittwoch, 12. Mai 2021, 0.45 Uhr im ZDF, Menschen, die sich aus christlichen Motiven engagieren, und begleitet Helferinnen und Helfer im Einsatz für Bedürftige.

Der Ökumenische Kirchentag wird veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet der Ökumenische Kirchentag 2021 zum dritten Mal statt.

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