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Ökumenischer Kirchentag von zu Hause

In der angespannten Pandemiesituation kurz Weihnachten wuchs der Druck auf die Veranstalter des Ökumenischen Kirchentags: Jetzt ist entschieden, dass es in Frankfurt im Mai keinen ÖKT in der geplanten Form geben wird. Dafür wird neues ausprobiert.
Von PRO
Präsident Thomas Sternberg, Bischof Georg Bätzing, Kirchenpräsident Volker Jung und Präsidentin Bettina Limperg präsentieren Ende Oktober 2019 das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentages: „schaut hin“

Foto: OEKT

Präsident Thomas Sternberg, Bischof Georg Bätzing, Kirchenpräsident Volker Jung und Präsidentin Bettina Limperg präsentieren Ende Oktober 2019 das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentages: „schaut hin“

Keine externen Besucher, keine Massenveranstaltungen, ein volldigitales Programm: Der Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main wird nicht so stattfinden, wie er geplant war. Das gaben die Veranstalter am Donnerstag bekannt. Grund dafür ist die Corona-Pandemie, die eine zuverlässige Planung für kommendes Jahr unmöglich mache. Die Entscheidung ist auch eine Absage an das bekannte Format des Kirchentags als Glaubensfest mit mehr als Hunderttausend Besuchern.

Stattdessen wird es laut Veranstaltern ein stark konzentriertes und volldigitales Programm am Samstag geben, bei dem der Fokus auf den aktuellen und großen Herausforderungen und Aufgaben im kirchlichen und gesellschaftlichen Bereich liegen werde. Wie genau das Programm aussehen wird, wird Anfang kommenden Jahres bekanntgegeben.

Doch auch vor Ort soll es Angebote geben: einen zentralen Eröffnungsgottesdienst an Christi Himmelfahrt, konfessionelle Gottesdienste am Samstagabend und einen Schlussgottesdienst. Alle Gottesdienste sollen bundesweit übertragen und in den Heimatgemeinden mitgefeiert werden können.

Neue Formate für Begegnungen

Nach Gesprächen mit den zuständigen Behörden zur Einschätzung der Lage und zu einem möglichen Hygienekonzept sei deutlich geworden: Der 3. ÖKT werde anders – konzentrierter, dezentraler, digitaler. Damit werde dem Gesundheitsschutz in Frankfurt Rechnung getragen, erklärten die Präsidenten des 3. Ökumenischen Kirchentag.

„Wir wissen um die Hoffnung der Menschen auf Begegnung und gelebte Gemeinschaft. Deshalb werden wir alles daransetzen, um diese mit neuen Formaten zu erfüllen“, sagte Bettina Limperg, die evangelische Präsidentin des ÖKT. Für die Beantwortung der drängenden Fragen, die die weltweite Pandemie aufwerfe, würden christliche Impulse noch relevanter.

„Da die Menschen nicht nach Frankfurt kommen können, kommt der 3. ÖKT zu ihnen nach Hause. Wir laden alle dazu ein, den ÖKT in der Kirchengemeinde, im Verband oder im Freundeskreis mitzuerleben“, sagte Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und Präsident des ÖKT. «schaut hin» sei mehr als das Mitverfolgen am Bildschirm, sagte er in Bezug auf das Leitwort des Kirchentags „schaut hin“.

Der 3. Ökumenische Kirchentag war für den 12. bis 16. Mai in Frankfurt geplant. Vorbereitet wurde er gemeinsam vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Noch im September hatten die Organisatoren als Reaktion auf die Corona-Pandemie geplant, die Teilnehmerzahl auf 30.000 zu begrenzen und nach einem strengen Hygienekonzept zu verfahren. Am ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 hatten mehr als 200.000 Menschen teilgenommen, beim zweiten in München 2010 waren es mehr als 130.000.

Im Jahr 2022 soll Ende Mai ein Katholikentag in Stuttgart stattfinden. Für 2023 lädt der Deutsche Evangelische Kirchentag für Anfang Juni nach Nürnberg ein. Diese sollen nun noch ökumenischer gestaltet werden, so Sternberg.

Von: epd

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