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Das christliche Medienmagazin

Die neue pro ist da

Warum unterstützten so viele weiße amerikanische Evangelikale Donald Trump als Präsidenten? Und was bedeutet der Machtwechsel in den USA für sie? Die neue Printausgabe des Christlichen Medienmagazins pro zeigt die Hintergründe einer politisch gespaltenen Christenheit auf.
Von PRO
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In der neuen Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro geht es um den Machtwechsel in den USA Foto: pro
In der neuen Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro geht es um den Machtwechsel in den USA

Bis zuletzt war unklar, ob der Machtwechsel in den USA von Donald Trump zu Joe Biden friedlich verlaufen würde. Trump-Anhänger hatten noch Anfang Januar den Aufstand geprobt, angestachelt von Trump selbst. Deswegen läuft im amerikanischen Kongress derzeit ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen den mittlerweile aus dem Amt geschiedenen 45. Präsidenten der USA. Von Anfang an hatte Trump einen Großteil der Evangelikalen auf seiner Seite – bis zum Schluss und trotz seiner Eskapaden und des undemokratischen Abgangs. Warum?

Die Titelgeschichte des Christlichen Medienmagazins pro zeigt, wie gespalten die amerikanische Christenheit in politischer Hinsicht ist. Die Trennlinie verläuft dabei nicht in erster Linie entlang der Konfessionsgrenzen, sondern zwischen schwarzen und weißen Christen. Der Soziologe Philipp Gorski sagte im Gespräch mit pro, dass weißer Nationalismus auch unter Evangelikalen entschiedender für die Unterstützung Trumps war als theologische oder ethische Überzeugungen. Sie hätten ihn nicht in erster Linie wegen seiner konservativen Politik und seiner Haltung gegen Abtreibung gewählt. „In Umfragen rangiert der Lebensschutz etwa auf Platz zehn, weit hinter dem Thema Einwanderung oder Recht und Ordnung“, sagte Gorski. Dahinter stehe ein Idealbild von nationaler Einheit, Reinheit, Leitkultur und Traditionen. Wäre Trump schwarz, wäre er mit denselben politischen Positionen nicht Präsident geworden, erklärte der Soziologe gegenüber pro.

Nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 sperrten mehrere Soziale Medien Trump auf ihren Plattformen. Im pro-Interview erklärt der Internetrechtler Matthias C. Kettemann, wie das rechtlich zu bewerten ist. Er erklärt, dass Facebook und Twitter den damaligen US-Präsidenten schon früher hätten sperren können. Behauptungen, hinter dem Vorgehen der Sozialen Medien stecke eine linke Verschwörung, seien wissenschaftlich nicht zu belegen. Mit Blick auf Deutschland erklärte Kettemann: Einen Twitter-Kanzler im Stile Trumps werde es hier nicht geben. Denn staatliche Akteure seien in ihrer Kommunikation an bestimmte Prinzipien gebunden wie Richtigkeit oder Sachlichkeit. Gleichzeitig räume die deutsche Rechtsprechung der Meinungsfreiheit einen hohen Wert ein, sodass die Plattformen Nutzer hier nicht so leicht sperren könnten wie in den USA.

Überleben und sterben

Der Journalist Heribert Prantl kritisiert in der neuen pro-Ausgabe die Einschränkungen der Grundrechte in der Corona-Krise. „Die große Gefahr dieser Krise liegt in meinen Augen darin, dass das Bewusstsein entsteht, man müsse Grundrechte opfern, um des Problems Herr zu werden. Dabei sind sie die Leuchttürme, die in Zeiten der Krise besonders intensiv leuchten“, sagte er. Er befürchte, „dass die Reaktionen auf die Pandemie, die wir jetzt seit fast einem Jahr erleben, zur Blaupause werden für alle möglichen folgenden Katastrophen“. Den kirchlichen Amtsträgern warf Prantl vor, den staatlichen Eingriffen in die Religion nicht deutlich genug widersprochen zu haben. „In der Corona-Krise haben sich die Kirchen der ernüchternden Wirklichkeit zu sehr ergeben“, sagte er. Prantl gehört zu den wichtigsten Politik-Beobachtern dieser Zeit. Bis 2019 war er Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, 25 Jahre lang leitete er das Innenpolitik-Ressort.

In dem Heft berichtet zudem Johannes Roller über das kurze Leben seines Sohnes Tobias. Der war 2017 im Alter von acht Jahren an einer schweren Krankheit gestorben. Trotzdem war er für sein Umfeld ein Beispiel an Dankbarkeit und Gottvertrauen. pro berichtete damals über ihn. Um den Tod eines Kindes geht es auch in der Geschichte von Sabine Riemann: Aufgrund einer Diagnose trieb sie ihr Ungeborenes ab. Danach empfand sie jahrelang tiefe Schuld. Durch den Glauben an Jesus fand sie schließlich Vergebung und inneren Frieden. Heute unterstützt sie Frauen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Diese und weitere Beiträge lesen Sie in der neuen Ausgabe von pro. Das Heft können Sie kostenlos online bestellen oder telefonisch unter 0 64 41 / 5 66 77 00.

Von: Jonathan Steinert

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