Kommentar

„Die größte Auferstehung seit Jesus“

Am Wochenende stehen wichtige sportliche Entscheidungen an und der eine oder andere Verein hofft auf ein sportliches Wunder. Auch wir Christen kennen Wunder und dürfen sie feiern: eines davon ist heute Christi Himmelfahrt.
Von Johannes Blöcher-Weil
„Eine Wolke nahm Jesus auf, weg vor ihren Augen“, so beschreibt Lukas in der Apostelgeschichte das Geschehen zu Himmelfahrt

Bahnt sich da tatsächlich doch noch ein Wunder an? Etwas, was vor wenigen Wochen keiner für möglich gehalten hat. „Wunder gibt es immer wieder“, sang die Musikerin Katja Ebstein weit vor meiner Geburt. Aber es geht heute nicht um Musik oder den anstehenden Eurovision Song Contest, sondern wie so oft bei mir um den Sport, den ich mit großer Leidenschaft verfolge.

Und gerade im Fußball ist ein Ereignis möglich, das lange undenkbar erschien und das man als Wunder bezeichnen könnte. Die Fußballer des Bundesligisten 1. FC Heidenheim, der mir aufgrund seines bodenständigen Trainers sehr sympathisch ist, kann sich am Wochenende zumindest noch in die Relegation retten und vielleicht sogar die Klasse halten.

Manche Zeitungen und Nachrichtenportale haben einen religiösen Bezug in ihre Überschrift gepackt. Denn Heidenheims Klub-Chef Holger Sanwald berichtete, dass einer seiner Freunde die Aufholjagd seines Vereins als die „größte Auferstehung seit Jesus“ bezeichnet habe. Diesen Vergleich versuchte Sanwald dann doch öffentlich zu relativieren.

Gute und viele Zeugen

Der sportliche Ausgang ist auf jeden Fall offener als je zuvor, die Spannung kaum zu überbieten. Und wer als neutraler Sportfan am Samstag im spannenden Dreikampf mit dem FC St. Pauli und dem VfL Wolfsburg nicht schwitzige Hände bekommt, dem ist nicht zu helfen. Kurz vor Ostern haben vermutlich nur die kühnsten Optimisten auf die Überlebenskünstler von der Schwäbischen Alb gewettet.

Ähnlich wird es den Anhängern von Jesus an Karfreitag gegangen sein. Wer hätte da noch einen Pfifferling auf ihn gesetzt? Obwohl er versprochen hatte, dass er wieder kommen würde, deutete nichts darauf hin. Und dann das Wunder: wenige Tage später. Für rationale Menschen unglaublich, aber dennoch genial und so gut bezeugt wie kaum ein anderes damaliges Ereignis.

Wunder gibt es immer wieder. Auch der morgige Donnerstag mit dem Himmelfahrtsfest ist ein Wunder. Viele Menschen kennen mittlerweile kaum noch die eigentliche Bedeutung des Tages. Jesus ist vor den Augen seiner Jünger in den Himmel aufgefahren. Er „sitzt“ seitdem an der Seite Gottes im Himmel. Ein Feiertag. Es lohnt sich, sich das Geschehene noch einmal klar zu machen.

Ein Feiertag könnte es auch werden, wenn die Heidenheimer den Klassenerhalt noch realisieren. Auf jeden Fall hat Trainer Frank Schmidt öffentlich versprochen, dass die Mannschaft alles dafür tun wird, um das Wunder zu ermöglichen. Ich bin gespannt. Ob die Journalisten dann passend zum morgigen Feiertag auch von einem Himmelfahrtskommando schreiben werden? Passen würde es.

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