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Der Theologe und der Physiker: „Lesch sieht Schwartz“

Der Astrophysiker Harald Lesch startet mit dem katholischen Priester Thomas Schwartz ein neues Fernsehformat im ZDF. Zu christlichen Feiertagen sprechen die beiden über aktuelle brisante Themen des Zeitgeschehens.
Von Jörn Schumacher
„Lesch sieht Schwartz“

Foto: ZDF/Stefan Schneider

Harald Lesch (re.) sieht Thomas Schwartz in einer neuen ZDF-Sendung

Feiertage sind für viele Menschen Anlass, über existenzielle Lebensfragen nachzudenken. Daher strahlt das ZDF an einigen der kommenden katholischen Feiertagen im Jahreskalender eine Sendung mit dem Astrophysiker Harald Lesch und dem katholischen Theologen Thomas Schwartz aus: „Lesch sieht Schwartz“ lautet der Titel der Sendung, in der es laut dem ZDF um theologische und existenzielle Fragen gehen soll, jeweils vor dem Hintergrund von aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen.

Harald Lesch ist Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator. Er moderiert die ZDF-Wissenschaftsreihe „Leschs Kosmos“, die „Terra X“-Reihe „Faszination Universum“ und zahlreiche andere „Terra X“-Sendungen sowie die YouTube-Kanäle „Terra X Lesch & Co.“ Thomas Schwartz ist römisch-katholischer Priester, Theologe, Honorarprofessor, Autor, Verleger und Fernsehmoderator.

Zusammen mit Lesch hat er mehrere Bücher veröffentlicht und die ARD-alpha-Reihe „Alpha bis Omega“ moderiert. Schwartz ist außerdem Hauptgeschäftsführer des Osteuropa-Hilfswerkes der Katholischen Kirche, „Renovabis“. Schwartz war Honorarprofessor für Angewandte Ethik an der Hochschule Augsburg und lehrt zudem Sozial- und Wirtschaftsethik an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg.

Christen müssen sich nicht verstecken

Lesch sagte vorab der Presse über die Sendung: „Die unterschiedlichen Perspektiven von Wissen und Glauben interessieren uns beide. Und auch vor und nach Corona wird sich dieses Duo ‚Wissen und Glauben‘ nicht trennen lassen. Wissen ist immer begrenzt, verweist auf das Viele, das geglaubt werden muss. Da kommen wir Menschen nie heraus. Also sollten wir das auch nicht als Problem, sondern als völlig normalen menschlichen Zustand akzeptieren.“

Schwartz ergänzte, sowohl er als auch sein Kollege Lesch wollten „zeigen, dass Naturwissenschaften und Glaube sich heute noch etwas zu sagen haben. Dass wir nicht in getrennten Denkwelten leben und dass es gut ist, als Christ auch eine Art ‚Zeitgenossenschaft‘ zu leben. Als Glaubende begeben wir uns nicht in eine Art religiöses Ghetto, sondern stellen uns angstfrei und couragiert auch kritischen Fragen.“ Christen müssten sich weder verstecken noch sich für ihren Glauben schämen. „Denn wir haben für alle Menschen eine ‚gute Nachricht‘ – oder biblisch: eine ‚Frohe Botschaft‘!“

Die Gesprächsthemen in der Sendung drehten sich dabei um das, „was Hoffnung in unserer Welt bedeuten kann“, so Schwartz, sowie um die Kunst des Verzichten-Könnens „gegen die Last und die Lust zum Konsum“, und um die Frage, was es heißt, Gemeinschaft zu leben. „Die Themen werden uns aber auch in Zukunft vom Leben selbst und von den Geschehnissen unserer Zeit vorgeschlagen werden. Wir möchten auch da neugierig sein.“

Hysterie ist auch keine Lösung

In der ersten Folge von „Lesch sieht Schwartz“, die zu Fronleichnam am Donnerstag, 16. Juni 2022, um 17.45 Uhr ausgestrahlt wird, geht es um das Motto „Hysterie ist auch keine Lösung“. Schwartz sagte dazu: „Religion und Glaube können den Menschen zur Ruhe bringen, nicht heruntermachen, sondern herunterholen von dieser ständigen Angst. Sich rückzubinden an einen Gott, der sich solidarisch mit den Menschen in Angst, mit dem Leidenden und mit den Opfern macht, kann Kraft und Trost geben und Mut auf die Zukunft machen.“

Der Ukraine-Krieg, die Klimakrise und die Corona-Gefahren brächten die Gefahr mit sich, angesichts der medialen Dauer-Verfügbarkeit zur Hysterie zu werden, stellen Lesch und Schwartz fest. Die tägliche Berichterstattung überschütte den Zuschauer mit Bildern, Schlagzeilen und Meinungen. Gefährlich seien aber auch mediale „Echokammern“, in denen die eigene Meinung fortwährend reproduziert und bestätigt werde. Lesch und Schwartz sprechen unter anderem darüber, wie man angesichts dieser Überladung noch bei Sinnen bleiben kann.

Drei weitere Folgen von „Lesch sieht Schwartz“ werden ausgestrahlt am

  • Montag, 15. August 2022, 13.45 Uhr, ZDF (Mariä Himmelfahrt)
  • Dienstag, 1. November 2022, 17.45 Uhr, ZDF (Allerheiligen)
  • 6. Januar 2023, 17.45 Uhr, ZDF (Dreikönig)

In der zweiten Ausgabe von „Lesch sieht Schwartz“ geht es um „Weniger ist das neue Mehr“, um notwendige und positive Aspekte rund zum das Thema Konsumverzicht.

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2 Antworten

  1. Hallo, das war mal eine gute Sendung….Glaube Hysterie. Die ersten Dialoge sprachen mir aus der Seele. Leider verläßt mich langsam der Glaube. Denn es macht mich traurig und auch hysterisch wenn ich an diesen Misshandlungen in der katholischen Kirche denke. Was ist nur aus dieser Welt geworden?

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  2. Missbrauch und Misshandlungen gab es immer schon, in “der guten, alten Zeit” noch mehr wie heute. Was sehr positiv ist, dass Opfer endlich immer mehr Gehör finden und dadurch das Problem aus dem Dunkeln ins Licht kommt. Das ermutigt mich eher im Glauben und in der Hoffnung auf Gerechtigkeit und Heilung. nur wenn die schlimmen Dinge ans Licht kommen, können sie lokalisiert und bekämpft werden.

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