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Der Lauf des Glaubens: Nonne hält Alters-Rekord im Triathlon

Die Nonne Madonna Buder ist 92 Jahre alt. Doch wenn es um Triathlons geht, hält sie keiner auf: Mehrere Ironman-Wettbewerbe hat die Ordensfrau schon bestritten. In der Sportwelt ist die „Iron Nun“ längst eine kleine Berühmtheit.
Von Jörn Schumacher
Triathlon
Wechselzone: Beim Triathlon geht es nach dem Schwimmen aufs Rad und danach zu Fuß weiter (Symbolbild)

Schwester Madonna Buder, die mit vollem Namen Marie Dorothy Buder heißt, ist 92 Jahre alt. Und doch hat sie fast unvorstellbare sportliche Leistungen vollbracht. Mit 48 Jahren begann sie mit dem Sport, mittlerweile hat die gläubige Frau über 400 Triathlons inklusive 45 Ironman-Wettbewerbe erfolgreich absolviert. Als „Ironman“ bezeichnet man Triathlon-Wettkämpfe über die Distanz von 3,86 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und einem Marathonlauf über 42,195 Kilometern. Der erste fand 1978 auf Hawaii statt.

Schwester Madonna Buder in einem Werbespot von Nike

Die alte Dame, die den Spitznamen „Iron Nun“ (Eiserne Nonne) trägt, wurde am 24. Juli 1930 in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri geboren. Sie ging auf eine römisch-katholische Schule und studierte dann an der Washington University in St. Louis. Im Alter von 23 Jahren trat sie einem Kloster der Schwestern vom Guten Hirten bei, verließ den Orden 1970 aber wieder, um mit 38 anderen Schwestern eine Kommunität als Teil der katholischen „Sisters for Christian Community“ zu gründen.

Im Alter von 48 Jahren begann Buder mit sportlichen Trainings. Als sie am Boston Marathon teilnehmen wollte, habe sie ihren Bischof gefragt, ob ihre sportliche Tätigkeit in Ordnung sei, berichtet sie in einem Interview. Der Geistliche habe sich entspannt im Sessel zurückgelehnt und lächelnd geantwortet: „Ich wünschte, noch mehr meiner Priester würden mehr so etwas machen wie Sie.“ Als sie 52 war, machte sie das erste Mal einen Triathlon, mit 55 den ersten Ironman.

Zieleinlauf mit Bibelvers

Beim Hawaii Ironman im Jahr 2005 war Buder 75 Jahre alt und damit die älteste Frau, der das gelungen ist. Während ihrer Karriere als Sportlerin sammelte Buder regelmäßig Gelder für wohltätige Zwecke. „Ich trainiere religiös“, sagt Buder.

Am 30. August 2009 absolvierte Buder den Ironman Canada, womit die damals 79-Jährige ihren eigenen Rekord als älteste Ironman-Teilnehmerin brach. Mit 82 vollendete sie im Jahr 2012 erneut in Kanada den Subaru Ironman. 2014 wurde die Nonne in die USA Triathlon Hall of Fame aufgenommen. Damals sagte sie in einem Interview der Huffington Post, sie rede viel mit Gott, auch während des Sports. „Alle diese Entscheidungen waren Schritte des Glaubens. Ich sagte: Herr, bitte beschütze mich. Dann heißt es nur noch: Alles fertig? Hier komme ich!“ Manchmal wundere sie sich selbst darüber, wie sie all diese sportlichen Leistungen in ihrem Alter bewerkstellige. „Manchmal sage ich: Herr, wie bin ich eigentlich hier hingekommen?“

Mittlerweile ist die Nonne eine kleine Berühmtheit bei den Sport-Events. Immer wieder sprechen sie Menschen an, wollen Fotos und Autogramme. Viele sagten ihr, welche Inspiration sie für sie sei.

„Sie sehen offenbar etwas, was ich nicht sehe“, sagt Buder. „Die Leute lassen mich kaum los. Und so lange ich keine Ausrede habe, eine Fraktur zum Beispiel, werde ich weiter laufen.“ 2010 veröffentlichte sie ihre Autobiografie mit dem Titel: „The Grace to Race: The Wisdom and Inspiration of the 80-Year-Old World Champion Triathlete Known as the Iron Nun“. (Der Lauf der Gnade: Weisheit und Inspiration einer 80-jährigen Weltmeister-Triathletin, bekannt als die Eiserne Nonne). Im Jahr 2016 bat der Sportartikelhersteller Nike die Nonne, in einem Werbespot mitzuwirken.

Vor kurzem machte in den Sozialen Medien ein Video des Zieleinlaufes der „Iron Nun“ die Runde. Die 92-Jährige ist darin zu sehen, wie sie gerade den Toyota USA Triathlon in Milwaukee vollendet. Als die Kamera auf ihre Rückennummer schwenkt, ist dort ein Bibelvers zu sehen, den die Nonne sich in großen Buchstaben auf ihr Trikot hat drucken lassen. Dort steht: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten.“ (2.Timotheus 4,7).

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