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CSU-Video im Rezo-Stil geht nach hinten los

Die CSU im Bundestag hat mit #CSYOU ein neues Videoformat gestartet, das jüngere Menschen ansprechen soll. Die Reaktionen auf das erste Video sind verheerend.
Von Nicolai Franz
„Armin“ von der CSU moderiert das neue Video-Angebot der Partei

Foto: CSU im Bundestag/YouTube

„Armin“ von der CSU moderiert das neue Video-Angebot der Partei

Mehrere Monate nach Rezos YouTube-Video „Zerstörung der CDU“ hat die CSU mit #CSYOU eine eigene Videoreihe gestartet – und damit überwiegend Kritik hervorgerufen. Bei knapp einer halben Million Video-Aufrufen gaben mehr als 100.000 Menschen dem Video einen Dislike, also einen Daumen runter, nur 2.800 Nutzern gefiel das Video.

Technisch setzte die Digitalabteilung der CSU auf typische YouTube-Formen: schnelle Schnitte, Soundeinspielungen und spielerische Videoeffekte. Das kam bei vielen Nutzern nicht gut an. Als anbiedernd und unauthentisch bezeichneten zahlreiche YouTube-Kommentatoren und Twitterer das Video. Ein hipper CSU-Mitarbeiter, der sich als „Armin“ vorstellt, hatte vor kurzem noch ganz anders ausgesehen: Schlips und Hornbrille statt lockerem Hemd und blond gefärbten Haaren. Das verstärkte den Eindruck unter den Nutzern, die CSU wolle sich anders geben, als sie ist, um jüngeren Menschen – vermeintlich – zu gefallen.

Inhaltlich ging es beim ersten #CSYOU-Video vor allem um den politischen Gegner: Greta Thunbergs Segelschiffreise in die USA sei alles andere als klimaneutral gewesen. Die Grünen im Bundestag würden in Wahrheit die meisten Flugreisen absolvieren. Und bei der #unteilbar-Demo in Dresden seien zwar Deutschlandfahnen unerwünscht gewesen, dafür habe aber die Antifa mitmarschieren dürfen: „Mit Extremismus gegen Extremismus demonstrieren: krasser Fail“, sagte Armin.

Zum Schluss wies der CSU-Mitarbeiter darauf hin, dass die Große Koalition in Berlin erfolgreicher sei als ihr Ruf. Die unabhängige Bertelsmann-Stiftung habe festgestellt, dass sie fast zwei Drittel der Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag teilweise oder vollständig umgesetzt habe.

Der YouTuber Rezo hatte im Vorfeld der Europawahl im Mai ein Video mit dem Titel „Zerstörung der CDU“ veröffentlicht. Darin hatte er heftige Kritik an CDU, CSU und SPD geübt und die Nutzer aufgefordert, diese Parteien nicht zu wählen. Danach entbrannte eine Debatte darüber, ob auch YouTuber einem Ethikkodex folgen sollten – und wie die Unionsparteien auf Rezos Video antworten sollen.

Von: Nicolai Franz

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