Die christliche Hilfsorganisation „Samaritan’s Purse“ hat entschieden, auf Fördermittel der US-Regierung in Höhe von 300 Millionen US-Dollar zu verzichten. Das hat der Präsident der international agierenden Organisation, Franklin Graham, am Montag mitgeteilt.
Zuvor hatte das US‑Außenministerium im August im Rahmen eines neuen Förderprogrammes dem Hilfswerk die Gelder zugesagt. Insgesamt zwei Milliarden US-Dollar (1,72 Milliarden Euro) sollten demnach unter anderem an verschiedene religiöse Organisationen verteilt werden. „Samaritan’s Purse“ sollte seinen Anteil verteilt auf zwei Jahre erhalten.
Gebet und Gespräche
Graham begründet seine Absage mit einer Grundsatzentscheidung: „Wir haben uns bei unserer Finanzierung immer auf Gott verlassen, nicht auf Regierungen – und das werden wir auch weiterhin tun.“ Laut dem Sohn des international bekannten Evangelisten, Billy Graham, sei die Entscheidung eine Folge von Gebet und Gesprächen innerhalb des Leitungsteams gewesen.
Die Vorstandsvorsitzende der deutschen Zweigstelle, Sylke Busenbender, macht in einer eigenen Stellungnahme deutlich, dass Samaritan’s Purse Deutschland kein Empfänger der abgelehnten Fördermittel gewesen wäre. Dennoch sei Busenbender der Überzeugung, dass es eine grundsätzliche Frage sei, die auch in deutschen Hilfswerken von Bedeutung ist: „Wie viel Verantwortung übertragen wir dem Staat – und welche Verantwortung tragen Kirchen, Zivilgesellschaft und jeder Einzelne selbst?“
Weihnachten im Schuhkarton
Die Vorstandsvorsitzende stellt klar, dass es wichtig sei, Menschen in Not beizustehen. Der biblische Auftrag verändere sich laut ihr durch politische Mehrheiten nicht. Regierungen seien hingegen in ihren Prioritäten an politischen Mehrheiten ausgerichtet.
„Samaritan‘s Purse“ Deutschland erlangte unter anderem durch Aktionen wie „Weihnachten im Schuhkarton“ nationale Bekanntheit. Außerdem setzen sie sich in Deutschland auch für Frauen in Zwangsprostitution ein. International leistet der Verein zudem Katastrophenhilfe.