Bischof Overbeck: Zulassen von Leihmutterschaft eindeutig abzulehnen

Im Sommer hatte die Elternschaft des CDU-Politikers Spahn per Leihmutter in den USA in Deutschland eine große Debatte ausgelöst. Die katholische Kirche hat dazu eine klare Position. Zudem hat sie einen neuen Medienbischof
Franz-Josef Overbeck

Die katholische Kirche ist gegen eine gesetzliche Liberalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland. Aus der Sicht der katholischen Kirche sei eine solche Zulassung der Leihmutterschaft bei allem Verständnis für die Lebenssituationen von Paaren eindeutig abzulehnen, sagte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck am Dienstag in Fulda bei der Herbst-Vollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

Bei der Frage nach einer gesetzlichen Zulassung der Leihmutterschaft in Deutschland müsse man über den einzelnen Fall hinausblicken und die möglichen Folgen für Kinder, die beteiligten Frauen und die Gesellschaft insgesamt in den Blick nehmen, sagte Overbeck. Im Zentrum stehe die Personwürde des Kindes. „Das Kind als die schwächste aller am gesamten Geschehen beteiligten Personen ist zugleich am existentiellsten betroffen und bedarf daher des besonderen Schutzes“, sagte der neue Vorsitzende der katholischen Kommission Glaube und Wissenschaft. Bei einer Leihmutterschaftsvereinbarung werde das Kind zum Objekt eines Vertrages unter Erwachsenen gemacht.

Kindeswohl im Fokus

Es bestehe zudem die „ernste Gefahr“, dass das Kind als Projekt der Erwachsenen oder, je nach seinem Gesundheitszustand, sogar als Schadensfall betrachtet werde. „Aus der Perspektive einer kindeswohlbezogenen Familienethik ist es dabei hochrelevant, dass hier bewusst und willentlich eine sehr komplexe Lebenssituation und Ausgangslage für das Kind geschaffen wird“, sagte der Theologe.

Die Elternschaft des CDU-Politikers Jens Spahn per Leihmutter in den USA hatte im Juli eine Diskussion über Schritte zu einer Liberalisierung ausgelöst. Ethiker und Rechtswissenschaftler sehen Möglichkeiten für eine gesetzliche Verankerung der nicht-kommerziellen Leihmutterschaft in Deutschland, warnen aber zugleich vor einer Ausbeutung von Frauen.

Bätzing neuer Medienbischof

Der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, wird neuer katholischer Medienbischof. Der Limburger Bischof ist der neue Vorsitzende der bischöflichen Kommission für Medien, wie die Bischofskonferenz am Dienstag in Fulda während ihrer Herbst-Vollversammlung mitteilte. Der 65-Jährige folgt auf den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx (73). Marx war seit 2021 im Amt.

Bätzing stand von 2020 bis Februar 2026 an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz. Die 60 Mitglieder der Bischofskonferenz wählten am Dienstag die Vorsitzenden der neuen acht bischöflichen Kommissionen für die Arbeitsperiode 2026 bis 2031. Zuvor gab es 14 Kommissionen.

Der Medienbischof verantwortet die kirchliche Positionierung zu Entwicklungen in der Medienethik und ‑politik. Außerdem begleitet er die publizistischen Angebote der katholischen Kirche, darunter die Katholische Nachrichtenagentur und das Internetportal katholisch.de. 

epd
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