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Bibelschüler packen mit an

Viele ehrenamtliche Kräfte helfen nach der Flut beim Aufräumen. Auch eine Gruppe des Bibelseminars Bonn ist dabei.
Von PRO
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Foto: Heinrich Derksen
Hilfe beim Nötigsten: Essensausgabe in Ahrweiler

Auch am siebten Tag der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands gehen die Aufräumarbeiten weiter. Viele ehrenamtliche Helfer packen mit an. Einer von ihnen ist Heinrich Derksen, Schulleiter des Bibelseminars Bonn. Normalerweise hält er theologische Lehren, doch in diesen Tagen hat er die Bibel gegen eine Schaufel eingetauscht.

Zusammen mit einigen seiner Bibelschüler schloss er sich den Teams der Missionswerke „To All Nations“ und „Samaritan’s Purse“ an, die vor Ort helfen, insgesamt sind es 170 Personen. Derksen ist immer noch schockiert von den Eindrücken aus dem zerstörten Dorf Ahrweiler, wie er gegenüber PRO berichtet.

Foto: Heinrich Derksen
Die Wassermassen haben viel Zerstörung hinterlassen

Bilder könnten nicht zeigen, wie es wirklich vor Ort aussehe. Am ersten Tag haben die Helfer Essen an andere Helfer verteilt. „Einer der Baggerfahrer arbeitete 30 Stunden, ohne etwas zu essen.“ Vieles sei noch sehr unorganisiert in dem Krisengebiet, so Derksen. Aber es gebe viele Personen, die kommen und mit anpacken. „So eine große Solidarität hab ich in unserem Land noch nicht gesehen“, meint Derksen.

Foto: Heinrich Derksen
Heinrich Derksen ist Schulleiter des Bibelseminars Bonn

Am zweiten Tag half die Gruppe, die Räume einer psychiatrischen Klinik von Schlamm zu befreien. Stundenlang schaufelte er zusammen mit zwei Ärztinnen der Klinik die Böden frei. „Selbst nach intensivem Waschen bleibt der Gestank an Händen und in Kleidung haften.“ Von vielen christlichen Freunden aus dem Ausland hört er, dass Geldspenden und weitere Hilfsteams auf dem Weg seien. „Praktische Hilfe ist Nächstenliebe“, fasst er zusammen. Manchmal seien das auch nur die kleinen Gesten. So habe Derksens Frau eine ältere Dame lediglich durch die Trümmer zurück in ihr Haus begleitet – für die Seniorin eine große Hilfe. Heinrich Derksen gibt der Kanzlerin Recht: „Für die Situation vor Ort gibt es keine Worte.“ Da er gerade Urlaub hat, wird er sich auch morgen wieder auf den Weg ins Krisengebiet machen.

Von: Hannes-Christoph Buchmann

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3 Antworten

  1. “Ora et labora” – so soll es sein. Vorbildlich.

    Vielleicht noch wissenswert, die von den Gideons üblicherweise verteilte Lutherbibel, luther.heute, ist auf Basis der Luther/1912 von Theologen des Bibelseminars Bonn wissenschaftlich und sprachlich überarbeitet und dem heutigen deutschen Sprachgebrauch angepasst.
    https://gideons.de/bibeluebersetzungen/

    Offensichtlich ein sehr lesenswertes Buch, wenn es so positive Auswirkungen, s.o., hat 😉

  2. Super, dass hier die Theorie in die Praxis übergeht!! 🙂
    Ein kleiner Gedanke: Den Satz, dass Heinrich Derksen „die Bibel gegen eine Schaufel eingetauscht hätte“, finde ich persönlich etwas unglücklich formuliert. Es ist ja eher so, dass die Schaufel die praktische Umsetzung des Buches ist, das Heinrich Derksen sonst Tag für Tag predigt. 😉
    Ich will damit aber jetzt keine negative Stimmung hier verbreiten. Nur vielleicht ein Hinweis für zukünftige Artikel.

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