Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl hat die Linke viele Stimmen von muslimischen Wählern erhalten. Nach einer Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen, die der Katholischen Nachrichten-Agentur exklusiv vorliegt, entschieden sich 51 Prozent der befragten Muslime für die Partei. Im Gesamtergebnis erreichte die Linke dagegen 25,7 Prozent.
Auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit wählten die Linke überdurchschnittlich häufig: Hier kam die Partei auf 28 Prozent. Deutlich niedriger waren ihre Ergebnisse unter evangelischen und katholischen Wählern. 17 Prozent der katholischen und 16 Prozent der evangelischen Wähler stimmten für die Linke.
CDU in Berlin bei Christen stärker
Ein anderes Bild zeigt sich bei der CDU. Während die Partei berlinweit 18,8 Prozent erreichte, kam sie unter Katholiken auf 30 Prozent und unter Protestanten auf 27 Prozent. Auch die SPD erzielte unter Christen ein etwas besseres Ergebnis als in der Berliner Gesamtbevölkerung.
Neben der Religionszugehörigkeit spielt auch das Alter eine Rolle. Christen ab 60 Jahren entschieden sich häufiger für CDU und SPD. Bei den unter 35-Jährigen war dagegen die Linke stärker. In Berlin wählte rund ein Drittel der jungen Christen die Partei.
SPD liegt bei Christen in Mecklenburg-Vorpommern vorn
Auch bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern unterscheidet sich das Wahlverhalten nach Religionszugehörigkeit.
Die AfD erreichte insgesamt 38,2 Prozent der Stimmen. Unter Katholiken und Protestanten lag ihr Anteil mit 31 Prozent niedriger. Die SPD kam insgesamt auf 35,5 Prozent. Unter Protestanten erhielt sie dagegen 40 Prozent, unter Katholiken 33 Prozent.
Auch die CDU schnitt unter Christen besser ab als insgesamt. 14 Prozent der katholischen und zehn Prozent der evangelischen Wähler stimmten für die Partei. Im Gesamtergebnis erreichte die CDU lediglich 4,9 Prozent und verpasste damit den Einzug in den Landtag.
Die Ergebnisse beruhen auf Nachwahlbefragungen. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte an den beiden Wahlsonntagen jeweils rund 17.000 Menschen unmittelbar nach ihrer Stimmabgabe. Ein Teil der Befragten machte zusätzlich Angaben zur eigenen Religionszugehörigkeit.