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Benny Hinn widerruft Lehre – ein bisschen

Der bekannte US-Fernsehprediger Benny Hinn hat bekannt gegeben, nicht mehr um bestimmte Geldbeträge bitten zu wollen. Das Evangelium sei nicht käuflich.
Von Nicolai Franz
Benny Hinn ist für seine spektakulären Heilungsgottesdienste bekannt

Foto: Benny Hinn Ministries

Benny Hinn ist für seine spektakulären Heilungsgottesdienste bekannt

Benny Hinn gilt als einer der wichtigsten Anhänger des sogenannten „prosperity gospel“, des Wohlstandsevangeliums. Vertreter dieser umstrittenen Auslegung des Christentums behaupten, dass Jesus seinen Nachfolgern irdischen Reichtum, beruflichen Erfolg und Gesundheit verheißt.

Nun scheint der US-Fernsehprediger Abstand von Teilen seiner Lehre zu nehmen. „Ich korrigiere meine eigene Theologie und ihr sollt das alle wissen, weil ich die Bibel nicht mehr mit denselben Augen sehe wie vor 20 Jahren“, sagte Hinn am Montag in einer auf seiner Facebook-Seite live übertragenen Predigt. „Ich glaube, es ist eine Beleidigung des Heiligen Geistes, zu sagen: ,Spende 1.000 Dollar.‘ Ich habe es satt!“ Er werde nie mehr um einen bestimmten Geldbetrag bitten. „Ich glaube, das verletzt das Evangelium.“ Das Evangelium sei nicht käuflich. Genauso seien der Segen Gottes, Wunder und Wohlstand nicht käuflich.

Wie weit Hinn damit von seinen Lehren Abstand nimmt, ist unklar. Der Prediger äußerte sich auch nicht dazu, ob er Spenden an seine Organisation „Benny Hinn Ministries“ zurückzahlen wolle. Auf seiner Internetseite veröffentlicht er weiterhin Videos mit Titeln wie „Gottes Wille ist, dich zu heilen“. In der Beschreibung des Videos heißt es: „Dein Glaube wird während dieser Predigt zu neuen Höhen erhoben werden, und wenn Pastor Benny für deine Heilung betet, glaube, dass das Wunder, das du suchst, schnell Wirklichkeit werden wird!“

Die Anhänger Hinns glauben, viele Menschen würden regelmäßig durch ihn von Krankheiten befreit. Mehrere TV-Dokumentationen ließen Zweifel an der Wahrhaftigkeit aufkommen. 2004 etwa begleitete ein Team des Fernsehsenders CBC Hinns Gottesdienste und stellte fest, dass Menschen mit äußerlich sichtbaren Krankheiten und Behinderungen wie einer Querschnittslähmung von Hinns Mitarbeitern nicht auf die Bühne gelassen wurden.

Benny Hinns Neffe Costi Hinn hatte im Juli sein Buch „God, Greed, and the (Prosperity) Gospel: How Truth Overwhelms a Life Built on Lies“ („Gott, Gier und das [Wohlstans-]Evangelium: Wie die Wahrheit ein auf Lügen aufgebautes Leben überwältigt“). Darin hatte er die jahrzehntelangen Praktiken seines Onkels scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, Menschen mit Wohlstandsversprechen über Jahre ausgenutzt zu haben. Außerdem habe Benny Hinn gleichzeitig ein teures Luxusleben geführt.

Von: Nicolai Franz

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