Das christliche Medienmagazin

Aus für Evangelische Journalistenschule in Berlin

Die Evangelische Journalistenschule in Berlin wird geschlossen. Stattdessen soll es in Frankfurt eine neue Volontärsausbildung in kleinerem Rahmen geben.
Von Norbert Schäfer
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Volontäre der ARD haben den Hintergrund von 150 Nachwuchsjournalisten erforscht

Foto: unsplash/ Glenn Carstens-Peters

Die Ausbildung zum Journalisten an der Evangelischen Journalistenschule in Berlin fällt endgültig dem Rotstift zum Opfer

Die Evangelische Journalistenschule (EJS) in Berlin wird geschlossen. Das hat das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) am Mittwoch mitgeteilt. Als Grund wurde die Senkung von Kosten angeführt. Das GEP ist als zentraler Mediendienstleister der Evangelischen Kirche in Deutschland der Träger der Schule.

Als eine Art Ersatz will das GEP die journalistische Aus- und Fortbildung in einer neuen Form in Frankfurt am Main aufrechterhalten. Ab 2023 sollen demnach fünf Volontäre ein zweijähriges Volontariat durchlaufen. Die Chefredakteurin des Magazins chrismon, Ursula Ott, soll dann nach Angaben der Presseinformation die Ausbildung der Volontäre in Frankfurt verantworten. Oscar Tiefenthal, der Leiter der EJS, bezeichnete die Schließung als „verheerendes Signal“. Tiefenthal wird in diesem Jahr in den Ruhestand gehen.

GEP muss Kosten um 1,9 Millionen Euro senken

Nach Angaben der Presseinformation muss das GEP jährliche Kosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro abbauen. Die notwendige Finanzkraft für den Fortbestand der Journalistenschule fehle daher. Wegen rückläufiger Mitgliederzahlen und damit verbunden sinkenden Kirchensteuereinnahmen in den Landeskirchen hatte sich die EKD 2020 einen Sparkurs verordnet. Demnach will die Kirche bis 2030 rund 17 Millionen Euro einsparen.

Die EJS hat seit 1995 in 22 Monate dauernden Ausbildungsgängen jeweils 16 Journalistenschüler für die Arbeit in Print-, Online- und Rundfunkmedien qualifiziert. Die Ausbildung bei der EJS kommt einem Volontariat gleich. Nach eigenem Bekunden engagiert sich die evangelische Kirche für eine fundierte Ausbildung junger Journalisten, „um ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung in den Medien gerecht zu werden“. Bereits 2020 wurde der Betrieb an der Schule ausgesetzt. Nachdem das Ende der Volontärsausbildung und eine drohende Schließung der Schule öffentlich wurden, hatten Absolventen und namhafte Unterstützer der EJS eine Kampagne zum Erhalt der EJS gestartet. Nun ist das Ende der Schule besiegelt.

Das GEP ist das Medienunternehmen der Evangelischen Kirche in Deutschland und verantwortet unter anderem auch den Evangelischen Pressedienst (epd), die Zeitschrift chrismon und das Portal evangelisch.de. Das GEP hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Jörg Bollmann ist Direktor des GEP und der Evangelischen Journalistenschule.

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen