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Auf dem Hessentag „brennt“ die Kirche

Die Evangelischen Kirchen in Hessen heizen dem Hessentag ein. In der „Feuerkirche“ in Bad Hersfeld erwartet die Besucher eine multimediale Inszenierung zweier biblischer Geschichten. pro-Redakteur Norbert Schäfer hat sich das Feuerwerk angesehen.
Von Norbert Schäfer
Der Regisseur und Komponist Parviz Mir-Ali rückt das Kreuz ungewöhnlich in Szene

Foto: pro/Norbert Schäfer

Der Regisseur und Komponist Parviz Mir-Ali rückt das Kreuz ungewöhnlich in Szene

„Feuer ist die Urkraft des Universums”, tönt eine Stimme in der Bad Hersfelder Stadtkirche. „Ohne Feuer gäbe es kein Leben. Es knistert und lodert, es hat eine verzehrende Kraft”, schallt es zu Beginn der Multimediashow „Feuerkirche” aus den Lautsprechern. Zur ersten Aufführung an diesem Tag um 11 Uhr sind über 100 Besucher gekommen. Eine Schulklasse, Familien mit Kindern, Paare aller Altersstufen und Menschen mit Behinderung. Im Halbstundentakt gibt es hier während des Hessentages eine Aktion der Kirchen.

Mit der multimedialen Inszenierung des Frankfurter Regisseurs und Komponisten Parviz Mir-Ali wollen die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Evangelische Kirche von Kurhessen und Waldeck (EKKW) sowie die Diakonie Hessen bei den Hessentagsbesuchern „den Funken der Begeisterung überspringen lassen“. Das Pfingstwunder und der biblische Bericht vom brennenden Dornenbusch werden dazu jeweils abwechselnd in einer zwölfminütigen Show niederschwellig, aber spektakulär und künstlerisch in Szene gesetzt. „Feuer und Flamme“ lautet das Motto der Aktion.

Das Kreuz brennt

Rauch steigt auf im Altarraum. Dort sind Flachbild-Monitore in der Form eines Kreuzes installiert. Flachbildschirme auch an den Säulen, die den Altarraum säumen. Die Show bedient sich moderner Lasertechnik, Monitore und Lautsprecher. An dem digitalen Kreuz züngeln erste Flammen, werden größer, bis das Gebilde schließlich unter fulminanten Orgelklängen lodert und echte Flammen um den Altar empor schießen.

Feuer, ein Symbol für Begeisterung, bestimmt die mediale Inszenierung im Kirchenschiff. Besucher stehen aus den Kirchenbänken auf, um Bilder mit ihren Smartphones zu machen. Moderne Musik zu medialen Feuerinstallationen am zentralen Kreuz vor dem Altar symbolisiert, dass Kirche und Glaube noch immer brandheiß und brandaktuell sind.

Ausdruck der Begeisterung: In „Feuerkirche Foto: pro/Norbert Schäfer
Ausdruck der Begeisterung: In „Feuerkirche” schießen Flammen am Altar empor

Ein Funke kann Neues anstoßen

„Wir wollen Menschen begeistern und ein Gespür vermitteln, was es heißt, Feuer und Flamme für etwas zu sein”, erklärt Dieter Dersch, Hessentagsbeauftragter und Pfarrer für Großprojekte und Sonderveranstaltungen beim Landeskirchenamt der EKKW, die Inszenierung mit der Feuersymbolik. „In beiden Geschichten werden Menschen beauftragt, etwas zu tun, das sie sich im ersten Moment nicht zutrauen”, erläutert Dersch. Sie würden dann ausgestattet und befähigt, den Auftrag zu erfüllen – von Gott selbst. „Dieses Gefühl wollten wir vermitteln.” Dersch ist zufrieden mit dem Ergebnis.

Dem Künstler habe man vollkommen freie Hand bei der Umsetzung gelassen, sagt Dersch. „Aber obwohl selbst fetzige Musiksequenzen vorkommen, gab es bislang kaum Kritik.” Weder „klassische noch konservative Kirchenbesucher” hätten fluchtartig die Kirche verlassen. Dersch hat hochgerechnet: Seit Eröffnung des Hessentages am 7. Juni sind rund 70.000 Besucher zu der Inszenierung in der Stadtkirche gekommen. Am Wochenende rechnet er noch einmal mit einem Besucheransturm. „Wir hatten noch nie so einen hohen Zuspruch und so hohe Besucherzahlen bei einer Hessentagskirche”, sagt er.

Angebot: Perspektivwechsel

Dersch ist klar, dass ein „Highlight wie die Show” nicht jeden Sonntag in jeder Kirche präsentiert werden kann. Sein Wunsch ist, dass der Funke der Begeisterung auf Menschen überspringt und die dann in ihren Kirchengemeinden auch neue Dinge wagen. „Das kann nicht so krachend, bunt und schillernd sein wie hier, aber ein Funke reicht, um etwas Neues anzustoßen.” Von seiner Kirche wünscht sich der Pfarrer, dass sie weiter Menschen in den Blick nimmt, die mit „herkömmlichen Formaten” oftmals nicht mehr erreicht werden können. „Deshalb sind wir auf dem Hessentag, um Menschen zu erreichen, die nicht mehr – oder noch nie – etwas mit Kirche zu tun hatten.” Mit der Show biete die Kirche einen Perspektivwechsel. Der sei „knallig schön, aber nie ohne Botschaft”, sagt Dersch.

Infos zur Show

Die multimediale Inszenierung ist noch bis zum 16. Juni in der Stadtkirche von Bad Hersfeld kostenlos zu sehen. Die Veranstaltung findet jeweils halbstündlich ab 11 Uhr statt. Die Veranstaltung ist Teil des Hessentagsprojektes „Feuer und Flamme“ der Evangelischen Kirchen in Hessen (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) und der Diakonie Hessen.

Von: Norbert Schäfer

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