Der erste Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, verlässt das Amt nach acht Jahren. Wie Klein am Donnerstag in Berlin mitteilte, wird ihm zum Sommer die Leitung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris übertragen. Das hat demnach das Bundeskabinett am Mittwoch entschieden. Über seine Nachfolge werde die Bundesregierung „zu gegebener Zeit“ befinden, heißt es in der Mitteilung Kleins.
Der Diplomat Klein trat am 1. Mai 2018 das Amt als Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus an. Die Stelle wurde auf Verlangen des Bundestags nach zunehmenden antisemitischen Vorfällen geschaffen. Kleins Aufgabe war es, Maßnahmen gegen Judenhass zu entwickeln und zu koordinieren. Gleichzeitig war er in der Bundesregierung Ansprechpartner für jüdische Gemeinden. Berufen wird der Antisemitismusbeauftragte vom Bundeskabinett.
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Klein sagte, die acht Jahre seien „ohne Zweifel fordernd“ gewesen. „Verantwortung und Aufgabe bleiben groß“, ergänzte er. Es sei ihm Freude und Ehre gewesen, dazu beitragen zu können, „den Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland wirksamer zu gestalten, insbesondere durch die Schaffung von Strukturen und die Bündelung von Kräften“.