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Angriffe auf Journalisten gestiegen

Eine aktuelle Studie belegt, dass die Zahl der Angriffe auf Journalisten 2018 wieder gestiegen ist. Eine Demonstration in Chemnitz Anfang September fiel dabei besonders negativ auf.
Von PRO
Pressevertreter mit Gasmasken: Das „European Centre for Press and Media Freedom“ zählt jährlich die Angriffe auf Journalisten

Foto: Engin_Akyurt, pixabay

Pressevertreter mit Gasmasken: Das „European Centre for Press and Media Freedom“ zählt jährlich die Angriffe auf Journalisten

Gewalt gegen Medienvertreter: 22 Angriffe auf Journalisten gab es bis Mitte August dieses Jahres in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des „European Centre for Press and Media Freedom“ (ECPMF) in Leipzig. Damit ist seit 2015 ein neuer Höchststand erreicht.

Einen Negativrekord stellte eine Demonstration in Chemnitz am 1. September auf. An diesem Tag wurden neun Angriffe auf Journalisten registriert. Die Angreifer spuckten, schlugen und griffen die Medienvertreter teils mit Waffen an.

Weniger Konfrontationen – weniger Angriffe

Mehr Übergriffe gab es nur 2015. Damals wurden 43 Angriffe auf Journalisten gezählt. 2016 gab es laut der Statistik 19 Angriffe und 2017 nur fünf. Das 2015 gegründete ECPMF beobachtet die Einhaltung der europäischen Pressefreiheit-Charta. Seit seiner Gründung führt es auch eine Statistik über Angriffe auf Journalisten.

Dass es in den vergangenen Jahren weniger Angriffe gab, führen die Autoren der Studie nicht auf ein geringeres Gewaltpotential zurück, sondern auf weniger Konfrontationen. Die Übergriffe ständen größtenteils im Zusammenhang mit rechtspopulistischen und rechtsradikalen Versammlungen, von denen es in diesen Jahren weniger gegeben habe.

„Lügenpresse“ ist schuld

Den unrühmlichen Spitzenplatz in der Statistik nimmt Sachsen ein. Von den 22 gezählten Angriffen in diesem Jahr passierten allein 13 im Freistaat. An zweiter Stelle steht Sachsen-Anhalt mit vier Übergriffen. Insgesamt zählte das ECPMF in den vergangenen vier Jahren 89 Fälle.

Die Ursache für die vermehrten Angriffe sehen die Autoren zum Beispiel in den „Lügenpresse“-Rufen, die auf rechtsgerichteten Demonstrationen vorkommen. Diese Rufe senkten die Hemmschwelle der Demonstranten, so dass sich mehr Personen zu Gewalttaten hinreißen ließen.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, beschäftigt sich auch der Deutsche Presserat mit der Situation. Er schaltete sich zusammen mit Holger Stahlknecht, dem Vorsitzenden der Bundesinnenministerkonferenz, in die Debatte ein: „Die Pressefreiheit gilt immer und überall. Die Polizei sollte Journalisten, wenn es die Lage erforderlich macht, bei Ausübung ihres Berufs schützen, denn ihre Arbeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Demokratie.“

Von: Tobias Schneider

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