„Für mich ist sie eine Form des Gebets“, sagt Andrea Bocelli über Musik. Im „Bild“-Interview vom Sonntag spricht der 68-Jährige neben der Musik, die ihm in „dunkelsten Momenten“ eine „Quelle der Kraft“ gewesen sei, auch über seinen Glauben.
Gedanken an den Tod bereiten dem Sänger demnach keine Angst. „Der Glaube hat mir die Antworten gegeben, auf die es wirklich ankommt“, erklärte Bocelli gegenüber „Bild“, und weiter: „Mein Glaube hat mir die Gewissheit gegeben, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden. Ich stelle mir das Leben danach als Heimkehr vor.“
Leben ohne Glaube eine Tragödie
Bocelli wurde 1958 in Lajatico in der Toskana geboren. Seit seiner Geburt durch grünen Star stark sehbehindert, erblindete er mit zwölf Jahren nach einem Sportunfall vollständig. Er studierte später Jura in Pisa und arbeitete zunächst als Jurist. Daneben verfolgte er seine musikalische Ausbildung.
Den Weg ins Musikgeschäft ebnete ihm Anfang der 1990er Jahre der italienische Musiker Zucchero, der ihn für Demoaufnahmen engagierte. Mit „Time to Say Goodbye“, einem Duett mit Sarah Brightman, gelang Bocelli 1996 der internationale Durchbruch. Sein Repertoire verbindet Opernarien mit populären Liedern und Popsongs.
Gott spreche ständig zu unserem Gewissen, erklärte Bocelli nun gegenüber der Zeitung. Die Herausforderung bestehe darin, den Mut zu finden, ihm zuzuhören. „Für mich ist der Glaube die große Wette des Lebens, ein Risiko, das sich einzugehen lohnt“, erklärte der Tenor, und weiter: „Ohne ihn wäre die Existenz eine Tragödie, die nur darauf wartet, ihren Lauf zu nehmen.“
Der Startenor setzt sich privat für den Lebensschutz und gegen Abtreibung ein. Im Juli 2026 war der Musiker zu Gast bei Papst Leo XIV. in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo.