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Allianz will Verbot von Konversionstherapien verhindern

In einem Schreiben an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages wendet sich die Deutsche Evangelische Allianz gegen ein Verbot von Konversionstherapien. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will künftig Angebote untersagen, die darauf zielen, die sexuelle Orientierung zu verändern.
Von PRO
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Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, setzt sich dafür ein, dass Therapien für Homosexuelle ergebnisoffen bleiben – also auch die Änderung der sexuellen Orientierung zum Ergebnis haben können

Foto: pro/Michael Müller

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, setzt sich dafür ein, dass Therapien für Homosexuelle ergebnisoffen bleiben – also auch die Änderung der sexuellen Orientierung zum Ergebnis haben können

Das evangelikale Netzwerk Deutsche Evangelische Allianz wendet sich in einem Schreiben von Donnerstag gegen ein Verbot von sogenannten Konversionstherapien. „Durch ein pauschales Verbot von unscharf definierten Konversionstherapien könnten grundlegende Freiheits- und Persönlichkeitsrechte beschnitten und hilfreiche Angebote erschwert werden”, schreiben der Vorsitzende Ekkehart Vetter und der Generalsekretär der Allianz, Hartmut Steeb. Der Brief liegt pro vor.

Der Staat darf kein Therapieziel von vornherein ausschließen

Darin heißt es weiter: „Der Staat darf kein Therapieziel von vornherein ausschließen und sanktionieren.“ Dabei bezieht sich die Allianz ausdrücklich auf das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Ebenso, wie es möglich sei, etwa eine Geschlechtsumwandlung zu vollziehen oder die eigene Geschlechtsidentität unabhängig vom biologischen Geschlecht zu definieren, müsse es auch möglich sein, sich mit „konflikthaft erlebten homosexuellen Impulsen und Gefühlen auseinanderzusetzen“. Steeb und Vetter fordern: „Eine ergebnisoffene Beratung muss auch eine Entscheidung für den heterosexuellen Lebensentwurf zulassen.“

Das Anliegen, Menschen zu schützen, sei bereits durch die aktuelle Gesetzeslage gewährleistet. Therapeuten seien schon heute verpflichtet, sich an die fachlichen Standards der Berufsverbände und Krankenkassen zu halten. Klienten, die sich körperlich oder seelisch verletzt sehen, könnten juristisch gegen die Einrichtungen oder Therapeuten vorgehen. Die Allianz sieht im Falle eines Verbots auch die Gefahr, dass „Betroffene wie auch gesellschaftliche und religiöse Gruppen, die ihnen zur Seite stehen“, diffamiert und unter Generalverdacht gestellt würden.

Bundesgesundheitsministerium arbeitet an Verbot

Im April hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Kommission berufen, die einen Gesetzesvorschlag für ein entprechendes Verbot erarbeiten soll. „Homosexualität ist keine Krankheit und nicht therapiebedürftig“, teilte Spahn damals mit. Im Mai und Juni veranstaltet das Ministerium dazu nach eigenen Angaben Workshops mit Vertretern aus Politik und Wissenschaft, Betroffenen und Institutionen aus dem Ausland. Ein Abschlussbericht soll im Herbst veröffentlicht werden. Beteiligt ist auch die Magnus-Hirschfeld-Stiftung, die sich dafür engagiert, dass Homo- und Transsexuelle nicht diskriminiert werden. Ebenfalls im April hatten die Bundesländer Hessen, Berlin, Bremen, Saarland und Schleswig-Holstein ein Verbot entsprechender Therapieangebote im Bundesrat gefordert.

Auf Twitter sind dieser Tage bereits die ersten Reaktionen auf den Brief der Allianz zu lesen. Der Journalist Markus Kowalski hatte ihn dort veröffentlicht.

Der SPD-Politiker Timon Gremmels äußerte Unverständnis für die Position der Allianz:

Von: Anna Lutz

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