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Abtreibungsgegner provozieren mit Nazi-Vergleich

Lebensschützer haben Bundestagsabgeordnete zu einer „Trauerfeier für im Mutterleib ermordete Kinder“ eingeladen. Dazu haben sie eine Fotomontage benutzt, die ein Bild des Wiesbadener Südfriedhofs mit der Aufschrift „Abtreiben macht frei“ zeigt – eine Anspielung auf das Konzentrationslager Auschwitz. Eine Grünen-Abgeordnete hat Anzeige erstattet.
Von Anna Lutz
Abtreibungsgegner in Hessen provozierten und könnten nun vor Gericht landen

Foto: pro

Abtreibungsgegner in Hessen provozierten und könnten nun vor Gericht landen

In der vergangenen Woche erhielten Bundestagsabgeordnete eine Einladung für eine „Trauerfeier für im Mutterleib ermordete Kinder“ am kommenden Mittwoch. Wie unter anderem die Frankfurter Rundschau berichtet, ist der Absender der Vorsitzende der katholisch geprägten Deutschen Zentrumspartei, Gerhard Woitzik. Die Partei setzt sich unter anderem für den Lebensschutz ein. Das Schreiben enthielt eine Fotomontage, die den Eingang des Wiesbadener Südfriedhofs zeigt. Versehen ist er mit der Aufschrift „Abtreiben macht frei“, eine Anspielung auf das Konzentrationslager Auschwitz, über dessen Eingang „Arbeit macht frei“ stand.

Die bayerische Grünen-Bundestagsabgeordnete Margarete Bause erstattete am Donnerstag Anzeige wegen „Volksverhetzung und allen anderen in Betracht kommenden Delikten“. Gegenüber der Rundschau sagte sie: „Wer mit solchen Methoden arbeitet, verharmlost den Holocaust und verhöhnt Millionen seiner Opfer.“ Wie der Hessische Rundfunk berichtet, prüft auch das Erzbistum Köln juristische Schritte, weil in der Einladung behauptet wurde, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki nehme an der Veranstaltung teil. Das aber sei nicht der Fall.

Partei distanziert sich

Auch die Partei selbst nahm Abstand zu dem Vergleich: „Das ist eine Geschmacklosigkeit, die wir nicht billigen, von der wir auch keine Kenntnis hatten“, sagte Generalsekretär Christian Otte gegenüber der Rundschau. Zwar stehe seine Partei für den Lebensschutz. „Aber hier sind Grenzen überschritten.“

Die Protestveranstaltung, die wie geplant stattfinden soll, richtet sich gegen die Beisetzung abgetriebener Kinder auf dem besagten Friedhof. Derzeit bestattet ein Verein namens Sternengarten gemeinsam mit den trauernden Eltern totgeborene Kinder. In diesem Zuge setzt er auch die Überreste abgetriebener Embryonen bei. Die Trauerfeiern wurden laut HR bereits zwei Mal von einem Abtreibungsgegner gestört.

Von: Anna Lutz

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