Der Berliner Bischof Christian Stäblein fordert einen gesetzlichen Feiertag für den 9. November. Der 9. November stünde in der deutschen Geschichte für Erinnerung an „Versagen und Schuld“, aber auch an „selige Momente“, erklärte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Samstag im RBB-Hörfunk.
Am 9. November 1938 organisierten die Nationalsozialisten gewalttätige Übergriffe auf Juden. Hunderte Synagogen wurden in Brand gesteckt, tausende Geschäfte zerstört und hunderte Juden ermordet – zehntausende deportiert. 51 Jahre später fiel am 9. November die Berliner Mauer.
Gesellschaft braucht Kultur des Erinnerns
Für Stäblein ist der 9. November gerade wegen dieser Mischung aus Trauer und Schuld, sowie Freude und Dankbarkeit prädestiniert dafür, ein gesetzlicher Feiertag zu sein. Denn „wer erinnert, bleibt lebendig, kann Verantwortung übernehmen und Nächstenliebe üben.“
Mit Blick auf diese beiden historischen Tage sowie den ebenfalls im November liegenden Volkstrauertag und den Ewigkeitssonntag, sagte Stäblein: „Der November setzt die Brille des Erinnerns auf und hilft, den Blick zu schärfen: für mein Versagen, für mein Glück und für das, was dran ist. Das gilt auch für unsere Gesellschaft, die genau darum eine Kultur des Erinnerns braucht.“