Suizidzahlen steigen auf höchsten Stand seit 1998

Nach einem jahrzehntelangen Rückgang ist die Zahl der Suizide gestiegen. Ein besonders starker Anstieg ist bei Frauen zu verzeichnen.

Die Zahl der Suizide in Deutschland ist so hoch wie seit 1998 nicht mehr. 11.334 Menschen nahmen sich 2025 in Deutschland das Leben, 962 mehr als im Vorjahr (plus 9,3 Prozent), wie das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland und die Deutsche Akademie für Suizidprävention am Mittwoch in Kassel mitteilten. Das sind pro Tag durchschnittlich 31 Menschen. Aus der Todesursachenstatistik für 2025 geht demnach hervor, dass nach einem jahrzehntelangen tendenziellen Rückgang die Zahl der Suizide seit 2020 um rund 23 Prozent gestiegen sind.

Männer sind mit 69,2 Prozent weiterhin deutlich häufiger betroffen als Frauen, wie es hieß. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt jedoch eine zunehmende Annäherung der Suizidraten. Seit 2020 stieg die Zahl der Suizide bei Frauen um 54 Prozent, bei Männern um 13 Prozent.

Selbstvergiftung mit Arzneimitteln

Besonders auffällig sei der Anstieg der Todesfälle durch Selbstvergiftung mit Arzneimitteln und anderen Substanzen. Bei Frauen erhöhte sich deren Zahl allein von 2024 auf 2025 von 1.073 auf 1.593. Damit entfällt rechnerisch nahezu der gesamte Anstieg der Suizidzahlen bei Frauen auf diese Gruppe von Todesursachen.

Die Entwicklung falle zeitlich mit einer deutlichen Zunahme assistierter Suizide zusammen, hieß es. Drei Suizidhilfe-Organisationen meldeten für 2025 insgesamt 1.287 begleitete Suizide, nach 977 im Vorjahr. Im Februar 2020 hatte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung aufgehoben.

Hilfe bei Suizidgedanken

Denken Sie darüber nach, sich das Leben zu nehmen? Holen Sie sich Hilfe, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Assistierte Suizide werden in der bundesweiten Todesursachenstatistik nicht gesondert ausgewiesen, wie die beiden Organisationen erklärten. „Die verfügbaren Daten begründen jedoch die Vermutung, dass die zunehmende Suizidassistenz zum Anstieg der Suizidzahlen bei Frauen beiträgt. In welchem Umfang genau, bleibt bislang offen.“ Die Organisationen fordern deshalb eine bundesweit einheitliche und unabhängige Erfassung assistierter Suizide.

epd
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