Gebet statt Krawall: Christen reagieren auf Jugendproteste

Am Reformationstag sind bundesweit Proteste angekündigt, die Polizei bereitet sich auf mögliche Ausschreitungen vor. Christen wollen mit Gebet ein Zeichen für den Frieden setzen. Mit dabei sind auch zwei bekannte Musiker.
Von Martin Schlorke
Die beiden Musiker Maximilian und Alexander Oberschelp

Christliche Organisationen rufen am Reformationstag zum Gebet für Frieden und Besonnenheit auf. Hintergrund sind die für den 31. Oktober angekündigten landesweiten Proteste der Initiative „GenZ regelt“. Diese fordert von der Politik Investitionen in die soziale Sicherheit und das Gesundheitssystem sowie bezahlbares Leben. Zudem spricht sich die Initiative gegen eine mögliche Wehrpflicht aus.

Auf ihrer Website schreibt die Initiative, dass nach den Protesten in Frankreich und Italien nun Deutschland folgen solle. In Frankreich kam es in den vergangenen Tagen zu massiven und gewalttätigen Ausschreitungen. Obwohl in dem Demonstrationsaufruf von „GenZ regelt“ explizit zur Gewaltlosigkeit gemahnt wird, bereitet sich die Polizei nach eigenen Angaben auf ähnliche Szenarien wie in Frankreich vor und kündigt eine erhöhte Präsenz in den betroffenen Städten an.

Gebet vor Ort und im Livestream

Christliche Organisationen wollen dagegen durch Gebet mit jungen Menschen ein Zeichen setzen. Unter anderem ruft die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) zum Gebet „für Frieden, Besonnenheit und ein respektvolles Miteinander in unserem Land“ auf. Und weiter: „Dass am Reformationstag nicht Wut, Chaos und Zerstörung gefeiert werden, sondern die versöhnende und lebensschaffende Kraft des Evangeliums sichtbar wird.“

Das ökumenische Netzwerk „GenZ betet“ ruft ebenfalls zum Gebet auf. Initiatoren sind unter anderem die christlichen Musiker O’Bros. Als Unterstützer werden Gebetshausgründer Johannes Hartl, Landesbischof Tobias Bilz und EAD-Vorstand Reinhardt Schink genannt. Im Aufruf des Netzwerkes heißt es: „Wir sind eine Generation, die nicht nur zuschauen, sondern Zukunft gestalten will. Eine Generation, die glaubt, dass Gebet mehr bewegen kann als Krawall und dass Versöhnung stärker ist als Spaltung.“

Ein zentrales, gemeinsames Gebet startet um 14:00 Uhr, zeitgleich mit den angekündigten Demonstrationen. Neben Gebetsaktionen vor Ort – etwa in Berlin, Hamburg und Dresden – soll es auch einen Livestream aus dem Gebetsraum des Augsburger Gebetshauses geben.

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