Angesichts zunehmender antisemitischer Gewalt fordert die Europäische Rabbinerkonferenz (CER) von Regierungen und Zivilgesellschaft ein entschlosseneres Vorgehen gegen Extremismus und Radikalisierung. Ein am Freitag veröffentlichtes Manifest mit dem Titel „A Call to End the Violent Hatred“ enthält sieben politische Forderungen. Ziel sei es, über den reinen Schutz von Einrichtungen hinaus gezielt die Ursachen von Hass zu bekämpfen.
Das Manifest zeichnet ein alarmierendes Bild der Lage jüdischer Gemeinden in Europa. Die Rabbinerkonferenz verwies auf eine Serie schwerer Anschläge und Attacken etwa in London, Lüttich, Antwerpen, Amsterdam und Manchester. Zudem warnten die Rabbiner vor dem Erstarken extremistischer Netzwerke und Bedrohungen durch die Revolutionsgarde des Iran. Viele Jüdinnen und Juden stellten sich daher die Frage, ob sie noch eine Zukunft in Europa hätten.
Mehr Transparenz bei Finanzierung
Konkret verlangt die Rabbinerkonferenz eine bessere Ausbildung und stärkere Kontrolle religiöser Führungspersönlichkeiten sowie mehr Transparenz bei der Finanzierung religiöser Institutionen. Weitere Forderungen betreffen den digitalen und öffentlichen Raum. Die Organisation dringt außerdem auf ein härteres staatliches Vorgehen gegen Hassrede im Internet, auch gegen die Betreiber von sozialen Medien, sowie eine konsequente Strafverfolgung bei antisemitischer Einschüchterung auf Demonstrationen.
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Es reiche nicht aus, jüdische Schulen, Synagogen und Gemeindezentren mit immer höheren Zäunen und mehr Polizeischutz zu sichern, sagte der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt. Europa müsse Hass, Radikalisierung und Strukturen bekämpfen, die die Ursache für diese Bedrohung seien. Ein Europa, das jüdische Bürgerinnen und Bürger nicht schützen könne, gefährde zugleich seine eigenen Grundlagen von Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit, betonte der Verband.