Nach CSD-Anschlag: Merz dankt Kirchen

Bundeskanzler Merz hat sich bei einem Gedenkgottesdienst in Berlin für die Unterstützung der Kirchen nach dem CSD-Anschlag bedankt. An die queere Community gerichtet sagte er: „Feiern Sie wieder!“
Von Norbert Schäfer
Friedrich Merz hat seine Zunge nicht immer im Zaum, kritisiert unser Redaktionsleiter Nicolai Franz

Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Berliner „Christopher Street Day“ (CSD) vom Samstag hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Kirchen für ihren Beistand gedankt. Bei einem Gedenkgottesdienst in der Marienkirche am Sonntag in Berlin sagte Merz: „Der Anschlag der letzten Nacht erschüttert uns und bewegt uns“, und weiter an die Vertreter der Kirchen und Glaubensgemeinschaften gerichtet: „Herzlichen Dank für Ihre Worte. Herzlichen Dank, dass Sie es uns etwas leichter machen, dieses Schicksal zu tragen.“

Seine Gedanken seien bei der getöteten Frau und ihrer Familie sowie bei den Verletzten. Merz dankte zudem Rettungskräften, Polizei, Feuerwehr und Ärzten für ihren schnellen und entschlossenen Einsatz. Bei dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag war am Samstag eine Frau ums Leben gekommen, mehrere weitere Menschen wurden verletzt.

In seiner Rede erteilte Merz Intoleranz, Ausgrenzung, Diskriminierung sowie „dummen Redensarten“ und „schlechten Witzen“ gegenüber der „queeren Community“ eine klare Absage. Diese seien bereits Teil jener Gewalt gewesen, die am Vorabend in ihrer extremen Form sichtbar geworden sei, so der Kanzler.

Merz rief die „queere Community“ zur Rückkehr in die Öffentlichkeit auf. „Feiern Sie wieder! Zeigen Sie den Gegnern unserer Gesellschaft das fröhliche und das einvernehmliche Gesicht einer offenen, freiheitlichen und liberalen Gesellschaft“, sagte Merz, und weiter: „Dafür stehen wir, dafür steht die Bundesregierung, dafür stehe ich ganz persönlich ‑ mehr als je zuvor an einem solchen Tag, an dem uns in einer so schweren Stunde auch die Kirchen in beeindruckender Weise begleiten.“

Der CSD ist eine jährliche Veranstaltung, mit der weltweit daran erinnert wird, dass sich 1969 trans- und homosexuelle Menschen erstmals öffentlich gegen Polizeiwillkür zur Wehr setzten. In Deutschland finden CSD-Demonstrationen in zahlreichen Städten statt.

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