„36 Grad und es wird noch heißer“: Was die Sängerin Inga Humpe von 2raumwohnung im Jahr 2007 durch die Lautsprecher feuerte, erlebte Deutschland kürzlich buchstäblich. Auch diese Woche klettert die Temperatur erneut in schwindelerregende Höhen. PRO hat aus der ersten Hitzewelle gelernt und gibt für die aktuelle Welle sieben fromme, doch bei weitem nicht langweilige Tipps, um die Hitze zu überstehen. Die Redaktion wünscht frohes (Nicht-)Schwitzen.
1. Kaltgetränk: Gelobtes Land
Die Luft beginnt über dem Asphalt zu flimmern und auch die Sonne sticht unerbittlich. In der übervollen Straßenbahn klebt die Haut der Passagiere aneinander. Die Luft steht still. Wer sehnt sich in diesen Momenten nicht nach einem kühlen Getränk, das die Kehle erfrischt? Wie wäre es mit einem Erfrischungsgetränk, das wir „Gelobtes Land“ genannt haben? Die Zutaten entspringen der Bibel und stammen aus der Beschreibung des gelobten Landes, das Gott den Israeliten während der Wüstenwanderung verheißt. Mit dabei: kühle Wasserquellen, reizvolle Früchte und Honig. Anbei die Rezeptur für das Kaltgetränk.
Zutaten
- Granatapfel
- Feigensirup
- Wasser
- Eiswürfel
Zuerst die Eiswürfel in ein Cocktailglas geben. Anschließend einen Teelöffel Feigensirup hinzufügen. Das Glas mit kaltem Wasser auffüllen und die Granatapfelkerne nach Geschmack hinzugeben. Das Kaltgetränk kann anschließend mit zusätzlichem Feigensirup verfeinert werden. Wer über die biblische Beschreibung hinausgehen will, kann je nach Geschmack Minze und Zitronensaft hinzufügen. Genießen Sie die köstliche Erfrischung allerdings dosiert.
2. Der sinkende Petrus
Wie wohltuend. Home-Office und beide Beine stehen im kalten Wasser. Der Anti-Hitze-Tipp „Der sinkende Petrus“ ist keine Form des Unglaubens, sondern der Abkühlung – und auch „kalte Füße zu bekommen“ ist dieses Mal erwünscht. Probieren Sie selbst ein erfrischendes Fußbad aus. Lassen Sie dafür etwa 15 Grad kaltes Wasser knöchelhoch in eine Schüssel ein. Danach die Füße im kühlen Nass platzieren. Die Erfrischung an den Beinen sollte die Hitze für den ganzen Körper erträglicher machen.
Der Grund dafür: Das kalte Wasser kühlt das Blut in den Gefäßen im Fuß herunter. Anschließend verteilt das Herz das gekühlte Blut im ganzen Körper und fördert das Wohlbefinden. Nach etwa einer Viertelstunde sollte das Fußbad beendet werden. Für einen nachhallenden Kühlungseffekt trocknen Sie ihre Beine nicht komplett ab. Die eintretende Verdunstungskälte, in Kombination mit Wind, macht die Hitze auch nach dem Fußbad erträglicher. Und vielleicht denken Sie einen Moment darüber nach, was es bedeutet, sein Vertrauen auf Jesus zu setzen – auch wenn man kalte Füße bekommt.
3. Konservativer Cool-Down
Jede Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt (1. Korinther 11,5). So manche Kirchengemeinden hatten wegen dieses Verses schon rauchende Köpfe. Heute soll dieser Vers jedoch für Abkühlung sorgen. Aber wie? Entgegen dem Spruch „Die Frau bedecke ihr Haupt“ können bei dem konservativen Cool-down sowohl Männer als auch Frauen mitmachen. Doch nicht um gottgefällig zu beten, sondern um den hohen Temperaturen zu trotzen.
Nehmen Sie dafür ein Geschirrtuch – befeuchten Sie es und legen Sie es anschließend in den Kühlschrank. Nach 15 Minuten können Sie das Stoffstück entnehmen und wie ein Kopftuch über Ihren Kopf legen. Achten Sie darauf, keinen Knoten unter dem Kinn zu machen. Die lose Hängung engt nicht ein und kühlt zusätzlich. Sobald die Köpfe nicht mehr rauchen, können Sie selbstverständlich zielgerichtet über die Bedeutung des eingangs genannten Verses diskutieren.
4. Daniel in der Löwengrube
Daniel überstand die Nacht in der Löwengrube auf wundersame Weise unbeschadet – und sicher gut ausgeruht, weil es in der tiefen Grube eine Grad kühler gewesen sein dürfte als im Erdgeschoss. Auch in Ihrem Keller, sofern Sie einen haben, sollte es um einige Grad kühler sein. Falls die Wifi-Verbindung mitspielt, können Sie sich auch Predigten zu der entsprechenden Bibelstelle anhören.
Ein praktischer Hinweis für alle, die ihre Arbeit nicht vom Keller aus verrichten können: Nehmen Sie sich bewusst Abkühlungspausen, indem Sie den Keller für ein paar Minuten aufsuchen. Im Optimalfall ist dieser mit Fliesen- oder Steinboden ausgestattet. In diesem Fall bietet es sich an, sich für ein paar Minuten mit dem Rücken auf den Boden zu legen.
Doch auch für alle, die keinen Zugang zu einem Keller besitzen, ist der Besuch einer „Löwengrube“ nicht ausgeschlossen. Sie können zur temporären Abkühlung – beispielsweise in der Mittagspause – eine U-Bahn-Station in Ihrer Nähe aufsuchen. Auch dort sollte es um einiges kühler sein.
5. Im Gewand Jesu
Die synthetische Faser klebt auf der Haut und das Baumwollshirt riecht bereits nach ein paar Stunden nach Schweiß. An besonders heißen Tagen stellt sich zu Recht die Frage, welche Textilien sich für hohe Temperaturen gut eignen. Bei dieser Frage mündet die Nachfolge Jesu in Alltagspraxis. Die Bibel beschreibt nicht klar, womit sich Jesus gekleidet hat. Dennoch legen historische Schlussfolgerungen nahe, dass sich die Menschen zur Zeit Jesu und damit auch der Messias mit Naturmaterialien kleideten.
Ein leichtes Untergewand – Chiton – unter anderem aus Wolle oder Leine und ein dickeres Obergewand für kalte Nächte. Der Chiton war oftmals ein rechteckiges Tuch, das lose direkt auf der Haut getragen wurde. Für sommerliche Temperaturen sehr sinnvoll. Insbesondere Wolle oder Leinen kühlen den Körper.
Außerdem sind die Stoffe ein natürlicher UV-Schutz. Somit ist es ratsam, viel Haut mit dem Textil zu bedecken. Die luftige Tragweise unterstützt dabei die kühlende Wirkung. Am besten eignet sich die Wolle der Merinoschafe. Sie wirkt bei Wärme thermoregulierend, nimmt den Schweiß auf und gibt ihn durch Verdunstung an die Umwelt ab. Die entstehende Verdunstungskälte kühlt den Körper. Obendrein nimmt die Schafswolle kaum Schweißgerüche an – antibakterielle Bestandteile des Tierprodukts verhindern dies.
6. Wüstenwanderung
Wer hat gesagt, dass Schwitzen immer nervig und unnötig ist? Indem Sie die Hitze bewusst wahrnehmen, lernen Sie, einfache Dinge wieder wertzuschätzen. Ähnlich wie das Fasten einen daran erinnert, wie abhängig wir von Essen sind, so erinnert das heiße Wetter daran, wie wohltuend und lebensspendend Wasser ist – und wie abhängig wir davon sind.
Versetzen Sie sich in das israelische Volk während der Wüstenwanderung. Gott versorgte damals das Volk mit Wasser. Durch Trinkwasser aus der Leitung muss in Deutschland in der Regel niemand unter aktivem Getränkemangel leiden. Doch stimmt uns das noch dankbar? Wer jeden Schluck Wasser mit bewusster Dankbarkeit schätzt, wird fröhlicher durchs Leben gehen.
7. Wasser im Überfluss
Trinken, trinken, trinken und noch einmal trinken. An warmen Tagen braucht der menschliche Körper, durch vermehrtes Schwitzen, mehr Flüssigkeit als normal. Es lohnt sich, bei Temperaturen über 30 Grad mindestens drei Liter am Tag zu trinken. Falls Ihnen normales Wasser nicht schmeckt, ist ein abgekühlter Tee ein hilfreiches Ausweichgetränk. Vor allem das regelmäßige Trinken ist wichtig. Wenn es Ihnen hilft: Stellen Sie sich jede halbe Stunde einen Wecker.
Sie können die Maßnahmen zum physischen Wohlbefinden auch mit einer regelmäßigen geistlichen Bewässerung kombinieren. Lesen Sie zu jeder Trinkpause einen Bibelvers, der im Zusammenhang mit Wasser steht. Als Einstieg empfiehlt sich Psalm 65,10: „Du suchst das Land heim und bewässerst es / und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässt ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land.“