Laut einer Studie und Daten aus dem Jahr 2025 sind US-Megakirchen vitaler und wachsen stärker als vor der Corona-Pandemie. Die Daten stammen aus einer Langzeiterhebung des „Hartford Institute for Religion Research“. Demnach besucht jeder dritte evangelische Christ in den USA eine Kirche, die mehr als 1.000 Gottesdienstbesucher am Wochenende anzieht und damit als Megakirche eingestuft werden kann. Die Studie fokussiert sich auf Kirchen, die rund 2.000 Besucher in der Woche haben.
67 Prozent dieser Megakirchen steigerten ihre Besucherzahlen seit der Pandemie, viele sogar signifikant um ein Viertel oder mehr. Erweitert man den Blick auf alle Kirchen in den USA, auch die kleineren, dann sind 43 Prozent von ihnen gewachsen. Diese Zahl ist laut Studie das erste Mal seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000 gestiegen. Zurückzuführen sei dieses Wachstum vor allem auf viele Menschen, die neue Besucher in Gottesdienste einladen.
Besucher erscheinen eher nicht wöchentlich
Zurück zu den Megakirchen: Die meisten Besucher erscheinen nicht wöchentlich, sondern im Durchschnitt ein Mal im Monat. Die Zahl der wöchentlichen Besucher ist sogar rückläufig. 84 Prozent der Megachurchler geben dennoch an, das Kirchenleben sei vitaler als vor der Pandemie – im Vergleich zu 58 Prozent bei allen evangelischen Kirchen.
Die Identifikation mit eine spezifischen Denomination wird indes offenbar unwichtiger. 69 Prozent der befragten Verantwortlichen in Megakirchen gaben an, ihre Kirche sei unabhängig oder „nichtdenominational“, gehört also nicht zu einem bestimmten Kirchenbund. Im Jahr 2000 waren es noch 33 Prozent. Dennoch würde sich die Mehrheit – 67 Prozent – als am ehesten evangelikal bezeichnen. Im Gegensatz etwa zu liberal, progressiv oder charismatisch.
Wer besucht eine Megakirche?
In den USA gibt es insgesamt 335.000 evangelische Kirchen. Die meisten von ihnen werden von weniger als 100 Personen in der Woche besucht. Nur drei Prozent ziehen 1.000 Menschen oder mehr an. Die in der Studie als Megakirchen ausgewiesenen Organisationen machen weniger als ein Prozent der US-Kirchen aus. Durch ihre Größe kommen dennoch zehn Millionen Gottesdienstbesucher wöchentlich bei ihnen zusammen.
Diese sehen im Durchschnitt wie folgt aus: 60 Prozent der Megakirchen-Besucher sind Collegeabsolventen, 55 Prozent weiblich, 40 Prozent neu in der Kirche, 40 Prozent in einer Kleingruppe, 30 Prozent Mitarbeiter, 28 Prozent Kinder und Jugendliche, 20 Prozent junge Erwachsene bis 34 Jahre und 16 Prozent Senioren. Die leitenden Pastoren sind im Durchschnitt 53 Jahre alt und seit 15 Jahren im Dienst.
86 Prozent der angefragten Megakirchen geben an, ihre Finanzen seien gut oder sehr gut. 94 Prozent schätzten Kleingruppen als wichtigstes Instrument für Wachstum ein. 43 Prozent der Kongregationen haben neue Ableger-Kirchen gegründet.