In der Debatte um das Glaubensbekenntnis des DFB-Stars Felix Nmecha hat sich nun auch Verbandspräsident Bernd Neuendorf geäußert. Gegenüber RTL nahm er den 25-Jährigen gegen Trans- und Homophobie-Vorwürfe in Schutz, die bereits 2023 aufgekommen waren. Damals hatte der Fußballer Inhalte in den sozialen Netzwerken geteilt, die von Kritikern als queerfeindlich bewertet wurden.
„Wir haben seinerzeit diese Berichterstattung im DFB verfolgt, wir haben seine Einlassungen dazu gehört.“ Nmecha habe sich damals von den Vorwürfen distanziert, sagte nun Neuendorf. Auf die Nachfrage, ob er glaube, Nmecha habe sich ehrlich distanziert, antwortete der DFB-Boss: „Ja, das würde ich schon so sagen. So wie ich ihn kenne oder erlebe, das sehe ich so.“
Glaubensbekenntnis ist „ungewöhnlich“
Lobende Worte fand Neuendorf zum Nmechas öffentlichen Glaubensbekenntnis. Ein solches sei „in einer säkularisierten Welt für einige Menschen vielleicht ungewöhnlich“. Er gehe davon aus, dass Nmecha mit seinem Glauben eine positive Intention verfolge: „Dass man über den Fußball hinaus für Menschlichkeit und Respekt steht, das nehme ich ihm hundertprozentig ab. Er ist, glaube ich, ein sehr sensibler Mensch und steht für diese christlichen Werte.“
Nmecha hatte vor dem ersten Gruppenspiel mit einer Bibel in der Hand den Mannschaftsbus verlassen. Nachdem er gegen Curaçao das erste Tor geschossen hatte, jubelte er, indem er eine imaginäre Krone niederlegte – eine Geste, die zeigen soll, dass Jesus Herr über allem ist. Nach Abpfiff betete er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jonathan Tah und mehreren Spielern von Curaçao am Mittelkreis. Tah kündigte zudem an, auch zukünftig auf dem Feld beten zu wollen. Das taten die beiden Profis auch nach dem zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste.
Auch Spieler anderer Nationen beten öffentlich sichtbar bei der WM. Der ivorische Spieler Emmanuel Agbadou betete nach dem Auftaktsieg seines Teams gegen Ecuador und trug ein T-Shirt, auf das er einen Bibelvers geschrieben hatte. Die US-Mannschaft betete gemeinsam nach ihrem Auftaktsieg. Und nach der Partie Ghana gegen Panama beteten ebenfalls Spieler beider Mannschaften miteinander.