Punkrock-Ikone Nina Hagen sieht im Rückblick ihr 1978 veröffentlichtes Lied „Unbeschreiblich weiblich“ über das Thema Abtreibung kritisch. „Ich wusste, dass man mit solchen widerspenstigen, provokanten Themen einen Skandal auslöst“, sagte die 71-Jährige dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (Freitag): „Das war zu diesem Zeitpunkt eine vom jugendlichen Übermut getriebene Angelegenheit.“
Aber das sei nicht ihre Identität, sagte Hagen: „Und das ist auch nicht meine Hinterlassenschaft. Kinder abtreiben ist keine Sache, wo man stolz drauf sein sollte.“ Sie selbst sei mit 14 Jahren zu einer Abtreibung gezwungen worden: „In diesem Lied stehen ja gar nicht alle Dinge drin. Wie ich mich gefühlt habe.“
Solidarische Frau
Das Lied gehört zu dem Album „Nina Hagen Band“. Es geht darin um Selbstbefreiung und die Weigerung, als Frau Kinder kriegen zu müssen, um eine Pflicht zu erfüllen.
Sie wolle „kein Vorführungsbild“ sein, sagte Hagen: „Ich bin nur eine solidarische Frau.“ Deswegen habe sie neulich auch eine Interview-Anfrage vom „Playboy“ abgelehnt: „Ich möchte keine Publikation unterstützen, wo Frauen vorgeführt werden. Wo Frauen vielleicht auch aus finanzieller Not ihren Körper zur Schau stellen. Wenn ich mit Frauen solidarisch sein will, schreibe ich lieber einen offenen Brief oder rede darüber.“
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Neues Album
Die 1955 in Ost-Berlin geborene Nina Hagen hat zwei Kinder. Tochter Cosma Shiva wurde 1981 in den USA geboren, Sohn Otis 1990 in Paris. Ihr neues Album „Highway to Heaven“ ist am Freitag erschienen und enthält viele Gospel-Stücke. Gäste sind Nana Mouskouri und Gitte Haenning.